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Die Geburt im Wasser – Vorteile und Risiken einer Wassergeburt

Bereits im alten Ägypten sollen Wassergeburten durchgeführt worden sein und die erste bekannte Geburt im Wasser geht ins Jahr 1803 zurück. In Frankreich wurde zu jener Zeit warmes Wasser bei Geburten eingesetzt. Seit den 1980er Jahren haben auch in Deutschland die Wassergeburten Einzug gehalten.

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 5.000 Kinder im Wasser entbunden und die meisten schwangeren Frauen haben sich bewusst für diese „Geburtsart“ entschieden. Was spricht für eine Geburt im Wasser und welche Vorteile hat eine Wassergeburt gegenüber der „normalen“ Geburt im Bett?

Vorteile einer Wassergeburt

Bei einer Wassergeburt verbringt die schwangere Frau die Zeit der Wehen im Wasser und bringt auch das Baby in der Geburtswanne zur Welt.

Wasser wirkt sehr entspannend auf die Muskeln und kann dadurch die Wehentätigkeit erleichtern. Wasser wirkt auch beruhigend und kann den Geburtsvorgang beschleunigen. Auch Dammverletzungen werden durch eine Wassergeburt vermindert, beziehungsweise ganz vermieden.

Eine Entbindung im Wasser muss gut vorbereitet werden und wird immer von einer Hebamme begleitet. Nicht jede Klinik oder jedes Geburtshaus kann zwangsläufig auch eine Wassergeburt durchführen, da hierfür eine spezielle Geburtswanne benötigt wird. Wer sich also für eine Wassergeburt entscheidet, sollte sich im Vorfeld über die Gegebenheiten in den jeweiligen Kliniken oder Geburtshäusern informieren.

Risiken bei einer Geburt im Wasser

Kritiker sind der Meinung, dass bei einer Wassergeburt austretende Körperflüssigkeiten und Blut Infektionen verbreiten können. Hierbei sei vor allem das Kind betroffen. Des Weiteren wird befürchtet, dass das Kind sofort nach der Geburt Wasser einatmen könnte, was nicht als positiv angesehen wird.

Dennoch weiß man heute, dass Neugeborene über einen Tauchreflex verfügen, der sie dazu führt, den Atem unter Wasser anzuhalten.

Kann jedes Kind im Wasser entbunden werden?

Im Prinzip kann sich jede gesunde Frau für die Geburt im Wasser entscheiden. Dennoch sollte die Wassergeburt nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Schwangerschaft bisher ohne Komplikationen verlaufen ist und auch keine Komplikationen vorhersehbar sind. In jedem Fall sollte im Vorfeld ein klärendes Gespräch mit dem Frauenarzt erfolgen.

Eine Entbindung im Wasser kann bei nachfolgenden Erkrankungen nicht durchgeführt werden: Gestose, Fieber, Infekte, Herz- und Nierenerkrankungen
Auch bei einer Frühgeburt, psychischen Erkrankungen, nach Intracytoplasmatischer Spermieninjektion oder In-Vitro-Fertilisation wird keine Wassergeburt durchgeführt.

Bei einer Zwillingsgeburt oder wenn sich das Kind in Steißlage befindet, kann hingegen über eine Wassergeburt nachgedacht werden. Dies gilt auch für Frauen, die schon einen oder mehrere Kaiserschnitte hinter sich gebracht haben.

Ziehen Sie eine Wassergeburt in Erwägung, sollten Sie sich rechtzeitig über alles Wesentliche informieren und auch mit dem Arzt Ihres Vertrauens über diese Art der Entbindung sprechen.

Vorbereitung einer Wassergeburt

Entscheidet sich eine schwangere Frau für eine Wassergeburt, bedarf es gewisser Vorbereitungen. Zunächst gilt es, eine Einrichtung und eine Hebamme zu finden, die diese Geburtsmethode unterstützen. Gehen Sie schon vor der Geburt in die betreffende Einrichtung, um alles Nötige zu besprechen und eventuell auch schon einmal „Probe zu sitzen“. Sie können bei dem Beratungsgespräch auch schon gewisse Gebärpositionen ausprobieren, die Sie dann „im Ernstfall“ in die Tat umsetzen können. Es ist außerdem empfehlenswert, vor der Geburt, einen speziellen Kurs über Entbindungen im Wasser zu besuchen. Dort erfahren Sie unter anderem, wie sich das Wasser auf die unterschiedlichen Phasen der Geburt auswirkt und entscheiden dann selbst, zu welchem Zeitpunkt Sie das Wasser bei der Geburt unterstützend einsetzen möchten.

Manche werdenden Eltern entscheiden sich für eine Hausgeburt – auch zu Hause ist eine Entbindung im Wasser möglich. Besorgen Sie sich in dem Fall rechtzeitig eine Geburtswanne und informieren Sie sich umfassend, welche Vorkehrungen bei einer Wassergeburt zu Hause noch zu treffen sind.

Die Geburt im Wasser – wie genau kann man sich das nun vorstellen?

Es stehen unterschiedlich große sowie verschieden geformte Geburtswannen für eine Wassergeburt zur Verfügung. Alle Wannen bieten der gebärenden Frau die Möglichkeit, sich während der Geburt in eine angenehme Position zu begeben. Die schwangere Frau hat nun Gelegenheit, während der Eröffnungs- und Austreibungsphase die Wanne zu benutzen. Auch die Nachgeburtsphase kann in der Geburtswanne durchgeführt werden.

Die Temperatur des Wassers zeigt sich je nach Geburtsphase unterschiedlich. Bei der Eröffnungsphase wirkt warmes Wasser entspannend und während der Nachgeburtsphase soll kälteres Wasser für die Beschleunigung der letzten Phase sorgen.

Während einer Wassergeburt wird die schwangere Frau immer von einer Hebamme und in manchen Fällen auch von einem Arzt begleitet und überwacht. Zusätzlich muss eine weitere Person bei der Wassergeburt anwesend sein, um bei eventuell auftretenden Komplikationen, die Frau aus der Wanne heben zu können. Sollte eine beginnende Wassergeburt aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr fortgesetzt werden können, ist die Beendigung der Geburt auch außerhalb des Wassers möglich.

Während einer Entbindung im Wasser kann keine Spinal- oder Periduralanästhesie zur Schmerzbekämpfung durchgeführt werden. Überwacht werden Geburten im Wasser immer mittels Kardiotokografie, hierbei werden die Wehentätigkeit sowie die Herztöne des Kindes aufgezeichnet.
Wenige Sekunden nach der Geburt wird der Säugling aus dem Wasser gehoben und er kann zum ersten Mal eigenständig Luft einatmen. Durch den Tauchreflex, über den Neugeborene verfügen, beginnen Sie erst zu atmen, nachdem sie die kühlere Luft an der Wasseroberfläche erreicht haben. Das Kind wird unter Wasser durch die Nabelschnur der Mutter weiterhin mit Sauerstoff versorgt.

Die letzte Phase der Geburt, in der der Mutterkuchen ausgestoßen wird, kann ebenfalls im Wasser durchgeführt werden.

Bildnachweis: © Andrey Bandurenko – Fotolia.com


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Kommentare

Tom Vogt 11. März 2019 um 10:56

Meiner Frau will auch eine Wassergeburt nehmen wenn es sich ergibt. Zwar haben wir noch keinen Konkreten Kinderwunsch aber meine Liebste ist sich dessen jetzt schon sicher. Ob diese Wassergeburt dann im Notfall auch möglich ist bleibt fraglich.

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