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Angst vor der Geburt

Spätestens im dritten Trimester einer Schwangerschaft fängt die Frau an, sich Gedanken über die Geburt zu machen. Wo und wie soll das Baby zur Welt kommen? Welche Risiken gibt es? So ist es nur allzu natürlich, dass mit allen Gedanken auch gewisse Bedenken und Ängste zutage treten.

Wenn man sich als Frau auch einfach nur vorstellt, dass man bildlich gesprochen durch ein „Schlüsselloch“ einen „Fußball“ pressen soll, sind diese Ängste auch verständlich – vor allem bei Frauen, die zum ersten Mal vor einer Entbindung stehen. Doch bei allen Ängsten und Gedanken, die einen gegen Ende der Schwangerschaft begleiten, sollte man sich vor Augen halten, dass das Baby irgendwie zur Welt kommen muss und kein Weg daran vorbeiführt. Hat man sich als Frau diesen Punkt klar gemacht, so kann man anfangen positiv zu denken und einfach zu versuchen sich mit dem Thema Geburt im Vorfeld so gut wie möglich auseinanderzusetzen.

Die Natur hat den Körper der Frau auf die Geburt eingerichtet

Wenig hilfreich hierbei sind oftmals die Horror-Geschichten von anderen Frauen, wie sie die Geburt ihrer Kinder erlebt haben. Gut, man muss sich auch nichts vormachen, eine Geburt ist in den seltensten Fällen ein Spaziergang, aber das Ergebnis lohnt sich!

Wichtig ist es, sich als werdende Mutter klar zu machen, dass man durchaus in der Lage ist, die Kraft aufzuwenden, dieses kleine Leben auf die Welt zu bringen. Die Natur hat es so eingerichtet, dass der Körper der Frau es schafft, eine Leistung zu vollbringen, von der mancher Spitzensportler nur träumen kann.

Der Körper wird im Laufe der Schwangerschaft auf dieses große Ereignis vorbereitet und hält mehr aus, als man allgemeinhin denkt. Frauen gelten ja in der Regel als schwach, zierlich und zerbrechlich. Ein Bild, welches sicherlich spätestens mit dem Erlebnis „Geburt“ vollkommen ins Wanken gerät. Es ist einfach so, dass Frauen mit Beginn der Wehen eine ungeheure Stärke beweisen. Natürlich hat man Schmerzen und Angst, aber der Wille dies durch zu stehen ist größer als jeder Negativgedanke und das nur aus einem Grund: der schon vorhandenen Liebe zum eigenen Kind.

Äußern Sie Ihre Wünsche + Bedürfnisse gegenüber Ärzten und Hebammen

Nun, wo der werdenden Mutter klar ist, dass sie körperlich alles mitbringt, was man braucht, um ein Kind auf die Welt zu bringen, muss auch noch die mentale Einstellung stimmen. Schließlich soll die Geburt so ablaufen, wie die Frau sich das vorstellt. Mögliche Komplikationen können natürlich im Vorfeld nicht komplett oder manchmal auch gar nicht ausgeschlossen werden, aber zunächst sollte man ja von einem normalen Ablauf ausgehen. Als Frau ist es sinnvoll sich zu überlegen, wie man sich selber den Geburtsvorgang vorstellt. Viele Frauen haben nämlich die Angst, dass sie nur passiv an dem ganzen Spektakel teilnehmen dürfen.

Tonangebend sind häufig die Hebammen und Ärzte. Abhängig ist man von verschiedenen Geräten, die überprüfen, ob auch wirklich alles rund läuft. Leider läuft es heutzutage tatsächlich in manchen Kliniken so ab und den schwangeren Frauen wird die mögliche Selbstbestimmung aberkannt. Natürlich darf man nicht lange diskutieren, wenn es Komplikationen gibt. Aber wenn alles normal verläuft, hat die Frau das absolute Recht ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und umzusetzen.

Vertrauensverhältnis zwischen Schwangeren und Hebamme

Es fühlen sich eben nicht alle Frauen in der Gebärwanne wohl oder möchten sich hinhocken zur Entbindung. Jede Frau empfindet Schmerzen anders und bei jeder Frau ist auch eine Entbindung anders. Als schwangere Frau sollte man die Kennenlern-Abende von Krankenhäusern in Anspruch nehmen und sich den Kreissaal anschauen. Sicherlich wird man ganz schnell merken, wo man sich vorstellen kann, sein Baby zur Welt zu bringen. Hat man diesen Ort gefunden, so stellt sich die Frage, wer einen bei der Geburt begleiten soll.

Reicht einem die Beleghebamme im Krankenhaus, bei der es durchaus passieren kann, dass sie während der Geburt Schichtwechsel hat, oder sucht man sich lieber eine Hebamme, die einen im Vorfeld, bei der Geburt und auch bei der Nachsorge betreut? Für Frauen, die wirklich große Sorge wegen der Geburt haben, wäre die letzte Variante vermutlich die Sinnvollere. Hier ist es wichtig, jemanden zu haben, der einen liebevoll und kompetent begleitet. Ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen der Schwangeren und der Hebamme ist unabdingbar.

Im Vorfeld sollte schon klar sein, wie die Gebärende sich den Ablauf vorstellt und dennoch muss ihr jegliche Spontanität zugestanden werden, die sie eventuell braucht. Damit ist eben gemeint, dass die Frau vielleicht zuvor gerne in der Gebärwanne liegen wollte und während des Geburtsvorgangs plötzlich merkt, dass für sie dies im derzeitigen Zustand alles andere als angenehm oder entspannend ist. Die Hebamme muss auf die Wünsche ihres Schützlings eingehen und einfach nur unterstützen und begleiten. Die Hauptrolle spielt definitiv die Frau!

Selbstbestimmung steht über Fremdbestimmung

Einer schwangeren Frau kann man grundsätzlich nur ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Von Anfang an sollte man sich niemals scheuen Fragen zu stellen. Das ist nicht dumm, sondern total legitim. Ärzte und Hebammen sind dafür da, um Fragen zu beantworten und somit eventuelle Ängste zu mindern oder zu nehmen.

Nachdem man sich ausreichende Informationen eingeholt hat, muss man überlegen, wo und wie man im besten Fall entbinden möchte. Hierbei darf eine werdende Mutter nie vergessen, dass sie, neben dem ungeborenen Kind, der wichtigste Part in der ganzen Geschichte ist. Selbstbestimmung steht über Fremdbestimmung!

Hilfreich kann hierbei vielleicht auch der Partner sein, der die Wünsche der Mutter kennt und diese mit unterstützen kann. Zuletzt sollte sich jede Frau aber auch vor Augen halten, dass es wichtig ist, dass Hebammen und Ärzte bei riskanten Situationen schnell und zum Wohle von Mutter und Kind handeln.
Denn bei allen Gedanken, Ängsten und Bedenken zählt am Ende doch nur eins: dass Mutter und Kind wohlauf sind.

Bildnachweis: © Oscar Brunet – Fotolia.com


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