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Der Neugeborenentod

Vom Neugeborenentod sprechen Mediziner, wenn ein Baby in seinem ersten Lebensmonat verstirbt. Laut Statistiken weiß man, dass drei von 1000 Babys den ersten Monat nicht überleben und die meisten der Babys sterben bereits in der ersten Lebenswoche. Überlebt der Säugling seine erste Lebenswoche nicht, spricht man von Frühsterblichkeit.

Warum es zum Neugeborenentod kommt, kann unterschiedliche Ursachen haben, dennoch wissen Mediziner, dass hauptsächlich Kinder betroffen sind, die zu früh zur Welt kommen oder ein sehr geringes Geburtsgewicht haben.

Gründe für den Neugeborenentod

Unter eine Frühgeburt fallen all jene Säuglinge, die vor dem Ende der 37. Schwangerschaft zur Welt kommen. Dies betrifft in Deutschland etwa 5 bis 8 Prozent aller Kinder. Wo die Überlebenschancen in vergangenen Zeiten nicht hoch waren und zahlreiche früh geborene Babys gestorben sind, haben Kinder, die zu früh geboren werden, heute eine echte Chance. Fast 90 Prozent der zu früh geborenen Kinder überleben.

Trotz des großen medizinischen Fortschrittes können sich bei manchen Kindern die Körperfunktionen nicht auf das Leben außerhalb des Mutterleibes einstellen.

Gerade Atemprobleme sind nicht selten die Ursache für den Tod eines früh geborenen Kindes. Des Weiteren haben Mediziner folgende Komplikationen bei Frühgeborenen beobachtet: Es treten gehäuft Atemnotsyndrome oder Lungenentzündungen auf. Außerdem kann es bei diesen Babys zu Hirnblutungen, Entzündungen des Darmes oder Infektionen kommen. Die Infektionen haben bereits schon im Mutterleib bestanden oder wurden während der Geburt erworben.

Ein weiterer Grund für den frühen Tod der Babys sind angeborene Genfehler, wie beispielsweise Defekte an Herz oder Lunge.

Der möglichen Ursache auf den Grund kommen

Durch die Autopsie können Mediziner unter Umständen die Ursache für den Neugeborenentod herausfinden. Jedoch bringt eine Autopsie nicht immer Licht ins Dunkle und in manchen Fällen bleibt die mögliche Ursache weiterhin unklar. Wer sich für eine Autopsie entscheidet, muss eine schriftliche Einverständniserklärung ausfüllen, ohne die Einwilligung der Eltern darf keine solche Untersuchung an toten Säuglingen vorgenommen werden.

Betroffene sollten sich ausreichend Zeit für diese, nicht einfache, Entscheidung lassen, jedoch bedenken, dass die Chancen durch eine Autopsie die Ursache klären zu können, am höchsten liegt, wenn die Untersuchung früh nach dem Tod durchgeführt wird.

Neben der Klärung der Todesursache kann eine Autopsie außerdem Aufschluss über den Entwicklungsstand des Säuglings geben. Des Weiteren können Gesundheitsprobleme geklärt werden, deren Erkenntnisse bei einer neuen Schwangerschaft nützlich sind.

Der Neugeborenentod ist ein sehr schmerzhafter Verlust

Um besser über den Tod des eigenen Babys hinwegzukommen, hilft es vielen betroffenen Eltern, das tote Kind zu sehen und es auch zu berühren. Manche Eltern möchten ihr Baby auch waschen und ankleiden, zahlreiche Betroffene machen auch Fotos vom verstorbenen Säugling.

Wie sich die Eltern letztendlich verhalten und was ihnen gut tut, kann nicht pauschal gesagt werden. Jedes Elternpaar empfindet anders und wird seine eigenen Entscheidungen diesbezüglich treffen.
Doch laut Studien weiß man heute, dass es durchaus hilfreich sein kann, sich Erinnerungen zu schaffen.

Auch Formalitäten müssen erledigt werden

Ist Ihr Kind im Krankenhaus gestorben, übernimmt in der Regel das Krankenhaus das Erledigen der Formalitäten. Ansonsten müssen Sie sich selbst darum kümmern. Es ist wichtig, dass sowohl die Geburt als auch der Tod des Säuglings registriert werden. Stirbt ein Kind zu Hause, benötigen Sie einen Totenschein, der vom Arzt ausgefüllt werden muss. Einen Tag nach dem Tod Ihres Babys müssen Sie das zuständige Standesamt dahin gehend informieren und erhalten von der Behörde die Sterbeurkunde.
Bei der Planung der Beerdigung können Sie sich gerne vom Krankenhaus oder dem Bestattungsunternehmen helfen lassen.

Für viele betroffenen Eltern ist das eigene Erledigen der Formalitäten sehr wichtig, um sich die Existenz Ihres Kindes bewusst zu machen.

Übrigens haben Mütter, deren Kind durch den Neugeborenentod verstorben ist, das Anrecht auf Mutterschutz. Diese Zeit werden die meisten Mütter auch brauchen, um sich von dem schrecklichen Ereignis einigermaßen zu erholen.

Wo bekommen betroffene Eltern emotionale Unterstützung?

In den meisten Städten in Deutschland gibt es Selbsthilfegruppen und Vereine, an die sich Betroffene nach dem Verlust ihres Babys wenden können. Auch Trauergruppen im Internet bieten Hilfe an. Um das Trauma besser zu verarbeiten, ist es hilfreich, mit anderen betroffenen Eltern zu sprechen.

Manche Betroffenen finden auch emotionale Unterstützung beim Psychologen oder im Gespräch mit Freunden und Verwandten.

Die körperliche und psychische Erholung

Neben der Psyche muss sich auch der Körper nach einer Schwangerschaft erholen. Sie werden Wochenfluss und Milchproduktion haben, wobei Letztere mit Medikamenten unterbunden werden kann. Die meisten Frauen entscheiden sich jedoch für das natürliche Versiegen des Milchflusses.

Die Nachuntersuchung beim Gynäkologen ist sechs Wochen nach der Geburt des Kindes. Nutzen Sie diesen Termin, um eventuell Näheres über den Neugeborenentod zu erfahren und vielleicht möchten Sie auch gerne über eine erneute Schwangerschaft mit Ihrem Arzt sprechen.

Unterstützen Sie Ihren Körper mit verschiedenen Übungen bei der Regeneration und nehmen Sie, wenn Sie wollen, auch gerne die Hilfsangebote von Freunden und der Familie in Anspruch.

Sie wollen wieder schwanger werden – besteht ein Risiko eines erneuten Neugeborenentodes?

Pausschal kann diese Frage nicht beantwortet werden, entscheidend ist die Todesursache Ihres Kindes. Handelt es sich bei der Ursache um einen Gendefekt, ist es ratsam, vor einer neuen Schwangerschaft das Gespräch mit einem Humangenetiker zu suchen. Dort erfahren Sie alles Notwendige über eventuell bestehende Risiken.

Kam Ihr Kind durch eine Frühgeburt zur Welt, kann es durchaus ein, dass auch das zweite Kind früher das Licht der Welt erblickt. Das leicht erhöhte Risiko liegt bei etwa 15 Prozent, was bedeutet, dass die Chancen gutstehen das zweite Kind ganz normal zur Welt zu bringen. 85 Prozent aller Frauen tragen ein weiteres Kind bis zum Ende aus.

Und das können Sie selbst tun, um einer möglichen Frühgeburt entgegenzuwirken

Hören Sie mit dem Rauchen auf, da der Konsum von Zigaretten den Sauerstoffgehalt des Blutes senkt und somit Ihr Kind bezüglich des Sauerstoffs unterversorgt ist.

Des Weiteren sollten Infektionen vermieden werden: Hierzu zählen Listeriose und Toxoplasmose. Nehmen Sie unbedingt alle Vorsorgeuntersuchungen war und gehen Sie bei dem Verdacht, irgendetwas könnte nicht stimmen, lieber einmal zu viel zum Gynäkologen. Nehmen Sie Warnsignale von Frühwehen ernst.

Ob sich eine Frau nach einem Neugeborenentod schnell wieder entschließt schwanger zu werden oder lieber zunächst einige Zeit verstreichen lässt, zeigt sich von Frau zu Frau unterschiedlich. In beiden Fällen wird die Angst eine bedeutende Rolle während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt darstellen. Diese Angst ist völlig normal und begründet.

Doch in vielen Fällen wird sich das schreckliche Ereignis des Neugeborenentodes nicht mehr wiederholen – und daran sollten betroffene Eltern immer denken, das mindert die Angst – wenigstens ein bisschen.

Bildnachweis: © Gunnar Assmy – Fotolia.com


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