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Babybrei = ungesundes Essverhalten

Ist ein neuer Erdenbürger geboren, machen sich Eltern zunächst meist keine Gedanken, was der Säugling essen soll. Für zahlreiche Eltern steht das Stillen an erster Stelle. Aber was kommt danach? Wie lange sollte eigentlich gestillt werden? Laut Studie sollen mit der Auswahl der Baby-Kost schon die Weichen für spätere Essgewohnheiten gestellt werden. Die Art des Essens soll unter anderem dafür verantwortlich sein, ob das Baby sich als Erwachsener gesund ernährt oder viel zu oft auf Süßigkeiten zurückgreift.

Werden Babys mit Breien gefüttert, könnte es laut Studie sein, dass sie sich zu dicken Menschen entwickeln, Babys die hingegen selbst das Abstillen bestimmen und danach Fingerfood bekommen, scheinen im Erwachsenenalter die schlankeren Menschen zu sein.

Mögen alle Babys Breikost?

Nach dem Abstillen entscheiden sich viele Eltern für den herkömmlichen Brei, um ihr Baby zu ernähren. Der Handel hält ein sehr breites Angebot von Babybreien bereit, nichtsdestotrotz machen manche Eltern den Babybrei selbst. Doch nicht jedes Baby mag den liebevoll zubereiteten Brei der Mutter oder den „geschmackvollen“ Fertig-Brei aus dem Geschäft. Gibt es Alternativen? Wer nicht fündig wird, gibt dem Kind irgendwann ein Stück Banane in die Hand, die es selbst verspeisen kann und wird staunen, wie lecker es dem Baby schmeckt. Ab einem gewissen Alter mag Baby nämlich genauso essen, wie alle anderen am Tisch auch – einfach selbst!

Ist Fingerfood eine echte Alternative?

Ja, denn Babys können schon recht früh Essen halten und selbst in den Mund stecken. Das Kind wird sich zuerst vorsichtig herantasten, wenn es das ihm angebotene Essen noch nicht kennt. Es will erfahren, wie das Essen aussieht, wie es sich anfühlt und schließlich, was wohl am wichtigsten ist, wie es wohl schmeckt.

Es ist vergleichbar mit einem anderen Planeten, auf dem Sie selbst landen und irgendwann Hunger haben werden. Sie kennen das Essen, das es dort gibt, nicht, und wenn Ihnen ein Einheimischer dann Essen mit dem Löffel füttert, das Sie selbst nicht kennen, wie würden Sie sich fühlen?

Die Vorteile von Fingerfood

Fingerfood ist eigentlich die richtige babygerechte Kost – Ihr Kind wird es lieben! Beim gemeinsamen Essen sitzt das Baby im Hochstuhl mit am Tisch und darf alleine essen. Es wird nicht mit irgendwelchen undefinierbaren passierten Gerichten gefüttert, sondern hält sein Essen selbst in der Hand.

Es bestimmt sein Ess-Tempo selbst und bestimmt ebenso, wann es genug gegessen hat. Das Baby lernt die einzelnen Nahrungsmittel kennen und weiß bald schon, wie eine Banane oder ein Stück Brot aussieht, wie es sich anfühlt und wie es schmeckt. Es wird einfach mit dem Essen aufhören, wenn es keinen Hunger mehr hat – bekommt nicht weiter Essen in sich hineingestopft, wenn es eigentlich schon satt ist. Die Gabe von Fingerfood legt den Grundstein für ein gesundes und vernünftiges Essverhalten im Erwachsenenalter und lässt Ihr Baby schlank und gesund aussehen.

Baby-led Weaning – die Rapley-Methode

Wird von der Rapley-Methode gesprochen, meint man das Babygeführte Abstillen, bei dem während des Stillens bereits Fingerfood angeboten wird. Der Speiseplan der Kleinen wird sozusagen mit neuen Nahrungsmitteln erweitert, die tatsächliche Ernährung durch die Muttermilch bleibt weiterhin bestehen. So lernt das Baby unterschiedliche Nahrungsmittel kennen, kann sie testen und sich ausprobieren. Dadurch lernt es einerseits enorm viel und andererseits bestimmt es selbst die Essensmenge. Das Baby wird mit der Zeit immer weniger Muttermilch benötigen, und immer mehr feste Nahrung zu sich nehmen.

Das Kind lernt auf diese Weise auch die unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten kennen und kann so seine eigenen Vorlieben beim Essen entwickeln. Es erkennt wie eine Karotte aussieht – Karottenbrei ist so nicht als Gemüse zu erkennen. Wenn das Gemüse oder Obst anfangs noch zu hart für das Baby ist, hilft kurzes Abkochen. Das Kind lernt von Anfang an, richtig zu kauen und zu schlucken und ist immer bei der restlichen Familie mit dabei – man brät im sozusagen keine „extra Wurst“.

Natürlich wird es beim Essen mit Fingerfood etwas lebhafter und vor allen Dingen auch „schmutziger“ zugehen, das darf Sie dann aber nicht wirklich stören.

Die Rapley-Methode ist in Großbritannien bereits weit verbreitet und hält nun auch langsam, aber sicher, in Deutschland Einzug. Bereits im Jahre 2008 schrieb Gill Rapley (Britin) ein Buch über diese Methode.

Praktizieren viele Eltern die Rapley-Methode?

Man könnte sagen, so langsam werden die Eltern, die Fingerfood statt Breichen reichen, immer mehr. Zunächst waren es nur einzelne Eltern, die ihr Baby nach diesem Prinzip ernährt haben – und um auch ganz ehrlich zu sein, wurden sie nie richtig ernst genommen.

Ein Forscherteam aus Großbritannien bestätigte die Vorteile dieser Ernährungs-Methode und so langsam weckt sie das Interesse vieler Eltern.

Gesundes Fingerfood

Es kommt auf die Auswahl der Nahrungsmittel an, die dem Baby angeboten wird, ob Fingerfood gesund oder ungesund ist. Eine gegarte Karotte oder eine Banane zählen zum gesunden Fingerfood, wer dem Baby allerdings ein Donut anbietet oder wenn das Kind ständig einen Schokoriegel bekommt, kann man klar von ungesunder Ernährung sprechen. Achten Sie deshalb auch bei Fingerfood auf ausgewählte gesunde Lebensmittel.

Ganz wichtig: Lassen Sie Ihr Kind niemals allein beim Essen und beobachten Sie bitte genau, wie groß die Stücke sind, die sich das Baby in den Mund steckt. Bedenken Sie bei der Auswahl des Fingerfood, das Ihr Baby anfangs noch keine Zähne hat und auch das es sich verschlucken könnte. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Kind beim Essen aufrecht sitzt.

Die Rapley-Methode aus der Sicht der Wissenschaft

Auch Wissenschaftler haben sich den unterschiedlichen Abstillmethoden angenommen und interessierten sich insbesondere, wie die gewählte Abstillmethode und das spätere Essverhalten der Kinder zusammenhängt. Dr. Townsend, eine britische Wissenschaftlerin, belegte mit einer Studie, das die gewählte Abstillmethode auf das spätere Essverhalten zurückzuführen ist. Laut Studie griffen Kinder, die sich selbst vom Stillen entwöhnt hatten, später eher zu Toast oder Pita, diejenigen Kinder, die mit Löffel und Brei gefüttert wurden, wollten eher die Süßigkeiten. Es kann klar gesagt werden, dass das Babygeführte Abstillen durchaus zu einem bewussteren Essverhalten bei älteren Kindern führt, was wiederum vor Übergewicht schützt.

Tipps für die Praxis

Erwarten Sie am Anfang nicht zu viel von Ihrem Baby: Wenn es das erste Mal ein Stück Brokkoli in der Hand hält, wird es das Gemüse nicht gleich vorschriftsmäßig essen, vielmehr wird das Gemüse zunächst untersucht und entdeckt.

Fingerfood für das Baby

Fingerfood kann erst dann gegeben werden, wenn Ihr Baby aufrecht sitzen kann. Bedenken Sie auch, dass das Essen, gerade am Anfang, eine „unsaubere“ Sache sein wird, vielleicht fällt Essen auch auf den Boden oder wird zermatscht. Daher sollte ein Tuch auf dem Boden nicht fehlen, wenn Sie nach den ersten „Fingerfood-Versuchen“ nicht die ganze Küche putzen möchten.

Nach den anfänglichen Untersuchungen des Essens, wird Ihr Baby irgendwann anfangen, sich das Gemüse in den Mund zu stecken, die Mengen werden mit der Zeit größer.

Ihr Baby wird am Anfang, das angebotene Essen in die Faust nehmen, achten Sie also darauf dass die Stücke nicht zu klein sind. Beobachten Sie bitte auch, wie viel Ihr Kind auf einmal in den Mund steckt.

Nicht braten

Fingerfood darf nur abgekocht werden und sollte nicht gebraten werden oder gar scharf gewürzt sein. Nutzen Sie bitte keine Fertigprodukte und geben Sie Reiswaffeln oder Brot bitte erst zu einem späteren Zeitpunkt. Für den Anfang eigenen sich Obst und Gemüse.

Von Sauberkeitsvorstellung verabschieden

Verabschieden Sie sich am Anfang der Methode von Ihren Hygiene- und Sauberkeitsvorstellungen, nur so kann Ihr Kind seine Welt um sich herum entdecken und lernen, was es alles zum Essen gibt, was schmeckt und was lieber nicht mehr gegessen werden möchte. Tolerieren Sie gewisse Untersuchungen des Essens, wobei Essen an sich auch Wert geschätzt werden sollte und Ihr Kind lernen muss, das man Essen nicht auf den Boden schmeißt – dafür braucht es allerdings ein bisschen Zeit!

Bildnachweis: © Gewoldi – Fotolia.com, © st-fotograf – Fotolia.com, © lagom – Fotolia.com


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