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Antiepileptika schaden der Entwicklung des Kindes

Ist eine schwangere Frau an Epilepsie erkrankt, benötigt sie gewisse Medikamente, um sich vor Krampfanfällen zu schützen. Präparate, die der Erkrankung gut tun, können beim Ungeborenen negative Auswirkungen nach sich ziehen. Nicht jedes Medikament kann in der Schwangerschaft bedenkenlos gegeben werden. Es beginnt eine Gratwanderung, um einerseits Krampfanfälle zu verhindern, die für Mutter und Kind gefährlich sind und andererseits die Folgen der Medikamente so gering, wie möglich zu halten. Die Einnahme von Epilepsie-Präparaten muss ärztlich begleitet werden – der behandelnde Arzt allein kann die Art des Medikaments und deren Dosis bestimmen. Ärzte versuchen im Falle einer Krampfanfall-Erkrankung die Dosis der zu verabreichenden Medikamente so gering, wie möglich zu halten, um eine mögliche Fehlbildung beim ungeborenen Kind zu minimieren.

Die skandinavische Studie

Dass die Medikamentenverordnung in der Schwangerschaft mit äußerster Vorsicht zu behandeln ist, zeigt eine Studie aus Skandinavien: Mediziner wissen heute, dass Epilepsie-Präparate während der Schwangerschaft zum einen das Risiko von Fehlbildungen maximieren und andererseits auch Jahre nach der Geburt die Entwicklung negativ beeinflussen können.

Laut Gyri Veiby zeigten sich bei den betroffenen Kindern neben Sprachstörungen und Zeichen autistischer Züge auch Einschränkungen in der Motorik.

Diese Erkenntnisse basieren auf eine neun-jährige Untersuchung, bei der Mütter von der 13. bis 17. Schwangerschaftswoche beteiligt waren. Diese Mütter berichteten mittels Fragebögen, wie sich ihre Kinder in den Bereichen Sprachverhalten, Sozialverhalten und Motorik entwickelten. Die Untersuchungen wurden 18 Monate nach der Geburt und drei Jahre nach der Geburt durchgeführt. Bei den 18 Monate alten Kindern nahmen 61.351 Kinder an der Studie teil, bei den drei-jährigen Kindern nur noch 44.147.
333 Kinder waren Epilepsie-Medikamenten ausgesetzt und zeigten, im Vergleich zu Kindern, deren Mütter keine Medikamente eingenommen hatten, autistische Züge und Probleme in der Feinmotorik. Dies konnte auch im Alter von drei Jahren noch festgestellt werden. Musste der Vater Epilepsie-Medikamente einnehmen, hatte das auf die Entwicklung der Kinder keinen negativen Einfluss.

Langzeitfolgen können nicht genau abgeschätzt werden

Laut Studie wissen die Forscher heute, dass Kinder, die in der Schwangerschaft Epilepsie-Medikamenten ausgesetzt waren, in der Entwicklung Defizite aufweisen. Die Präparate Lamotrigin, Valproat oder Carbamazepin wirken sich nachhaltig und negativ auf die frühkindliche Entwicklung aus. Eine Bestätigung für diese Erkenntnisse liefern auch andere Untersuchungen. Eine Studie aus den USA fand beispielsweise heraus, dass der IQ der betroffenen Kinder bis ins Schulalter hinter her hinkt, wenn während der Schwangerschaft Valproat eingesetzt wurde.

Forscher weisen darauf hin, dass die Dosierung von Antiepileptika so optimal, wie möglich gestaltet werden muss, denn nur so können Schädigungen beim Kind verhindert oder minimiert werden. Hierfür sind auch weitere Forschungen notwendig, wie beispielsweise die speziellen Untersuchungen unterschiedlicher Medikamente. Da Frauen mit Epilepsie auch während der Schwangerschaft medikamentös eingestellt werden müssen, ist es ratsam, sich bereits vor einer Schwangerschaft diesbezüglich beraten zu lassen.

Bei einer rechtzeitigen Beratung können Wege gefunden werden, die der Krankheit und auch dem Ungeborenen gerecht werden. Denn nur wer sich umfassend informiert und sich an die Anordnung der Ärzte hält, kann den Ängsten, die in der Schwangerschaft kommen werden, entgegentreten.

Bildnachweis: © Gina Sanders – Fotolia.com


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