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Wenn die Natur die Notbremse zieht

Ein gesundes Baby nach neun Monaten in den Armen zu halten ist für jede Schwangere das ersehnte Ziel. Doch leider kommt es bei fast jeder fünften Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt – einem sogenannten Abort.

Fehlgeburt wird oft nicht wahrgenommen

Bei vielen Frauen findet sogar schon ein Abort statt, bevor sie überhaupt wissen, dass sie schwanger sind. Lediglich eine Blutung wird bemerkt, aber ansonsten wird dieser Vorgang nicht als Fehlgeburt wahrgenommen, sondern meist als ganz normale Menstruationsblutung. So gesehen ist dies eigentlich auch gut, denn auch wenn in 75 % der Fälle eine Fehlgeburt bereits im ersten Trimester der Schwangerschaft eintritt, so haben doch viele Schwangere schwer mit einem solchen Schicksalsschlag zu kämpfen.

Manche Frauen kommen ganz gut damit zurecht und geben die Hoffnung nicht auf, doch andere Frauen suchen nach Erklärungen und Gründen, warum sie das ersehnte Kind verloren haben. Oftmals suchen sie auch die Gründe besonders bei sich und haben Schuldgefühle.

Sie fühlen sich verantwortlich und unfähig ein neues Leben zu schaffen, doch diese Selbstzweifel sind vollkommen unbegründet und es gibt sicherlich nahezu unzählige Gründe, warum die Natur die Notbremse zieht.

Risiko einer Fehlgeburt nimmt mit dem Alter zu

Fakt ist, dass sich mit zunehmendem Alter der Frau das Risiko einer Fehlgeburt erhöht.

Doch abgesehen davon gibt es wirklich viele Faktoren, die zu einer Fehlgeburt führen können. Der gesamte biologische Vorgang der Befruchtung, einhergehend mit der Zellteilung und der Einnistung, ist unheimlich komplex und häufig passieren bereits dabei schon Fehler, die später zu einem Abort führen.
Es kommt auch vor, dass das mütterliche Immunsystem den Embryo nicht toleriert und ihn dann abstößt. Auch Probleme mit dem Blutgerinnungssystem der Mutter können bewirken, dass das eingenistete Ei sich nicht an den Blutkreislauf der Mutter anschließen und dadurch überleben kann.

Erleidet eine Frau zwei bis drei Fehlgeburten, so sollte sie unbedingt diese beiden Möglichkeiten ärztlich untersuchen lassen, denn sie sind behandelbar und so kann eine weitere Fehlgeburt verhindert werden.

Medikamente und negative Umwelteinflüsse als Risikofaktoren

Die Einnahme gewisser Medikamente, Bestrahlungen, chemische Substanzen und andere negative Umwelteinflüsse können bewirken, dass die Zellteilung nicht ordnungsgemäß abläuft. Bis dann irgendwann die Natur von sich aus dafür sorgt, dass es zu einer Fehlgeburt kommt, da dieses Baby nicht lebensfähig gewesen wäre.

Auch Hormonstörungen, wie beispielsweise eine Fehlfunktion der Schilddrüse, eine Gelbkörperschwäche, das polyzystisches Ovarsyndrom oder ein gestörter Stoffwechsel aufgrund einer Diabetes-Erkrankung können Gründe für einen frühzeitigen Verlust des ungeborenen Lebens sein.

Seelische Störungen, ausgelöst durch einen Schock, einen Unfall oder auch schwere private Probleme können sich körperlich auf eine Schwangere auswirken.

Des Weiteren kann etwas mit der Gebärmutter nicht in Ordnung sein oder hat Vernarbungen aufgrund früherer Operationen – all das sind mögliche Ursachen für auftretende Fehlgeburten.

Anzeichen einer drohenden Fehlgeburt

Eine drohende Fehlgeburt macht sich meistens ganz plötzlich und unerwartet mit einer Blutung und krampfartigen Schmerzen bemerkbar. Manche Frauen müssen auch bei einer Routine-Vorsorgeuntersuchung bei ihrem Gynäkologen erfahren, dass das Kind nicht mehr lebt. Findet der Abort bereits sehr früh statt, so kann in manchen Fällen auf eine operative Ausschabung unter Narkose verzichtet werden.

Dies muss aber zwingend ärztlich abgeklärt werden, denn so unschön dieser operative Eingriff auch ist, so schlimm wäre es, wenn aufgrund von Gewebsresten in der Gebärmutter Narben oder Verwachsungen entstehen, die dann ebenfalls eine weitere Schwangerschaft erheblich erschweren können.

Natürlich ist der bewusste Verlust eines ungeborenen Kindes für jede Frau schmerzlich und nicht einfach wegzustecken, doch dieser Bericht soll jeder Frau deutlich machen, dass die Gründe eines Aborts mehr als vielfältig sein können. Keine Frau trägt die Schuld daran, dass sie ihr Kind verloren hat. Wenn mit einem sich entwickelnden Embryo alles in Ordnung wäre, würde die Natur vermutlich gar nicht die Notbremse ziehen. Aus dieser Perspektive betrachtet, sorgt unser Körper vielleicht auch einfach dafür, dass das Kind nicht mit einer schweren Krankheit oder Behinderung auf die Welt kommen muss.

Vielleicht ist es einfach eine Art Schutzmechanismus der Natur und solche Dinge passieren, denn es ist natürlich.

Bildnachweis: © Carl Biedermann – Fotolia.com


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