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Trend zur Kaiserschnitt-Geburt

Frauen, die ein Kind erwarten, denken unweigerlich auch an die Geburt des neuen Erdenbürgers. Bald schon kreisen die Gedanken um Geburt und Co. und die meisten schwangeren Frauen wünschen sich, ihr Kind auf „normalem“ Weg zur Welt zu bringen. Treten während der Geburt Komplikationen auf oder besteht eine Risikoschwangerschaft, kann auch ein Kaiserschnitt notwendig werden. Der Kaiserschnitt gilt als ein operatives Verfahren und birgt demnach auch Risiken für Mutter und Kind. Daher sollte ein Kaiserschnitt nur im Notfall erfolgen.

Dennoch steigt die Zahl der werdenden Mütter, die sich einen Kaiserschnitt wünschen, obwohl er medizinisch nicht notwendig ist. Immer mehr Frauen entscheiden sich gegen eine natürliche Geburt und sagen ja zum Kaiserschnitt. Der Kaiserschnitt wird zur Modeerscheinung und in manchen Fällen sogar von Ärzten empfohlen.

Der Kaiserschnitt liegt im Trend

In Amerika kamen im Jahre 2010, 32,8 Prozent aller Neugeborenen mittels Kaiserschnitt auf die Welt. Im Vergleich zum Jahre 1996, ein rasanter Anstieg, waren es dort nur 21 Prozent. Aber nicht nur „über dem Teich“ steigt die Kaiserschnittsrate, auch in Europa kommen jährlich mehr Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt, als noch vor zehn Jahren. Der Modetrend Kaiserschnitt hält auch in Deutschland Einzug: Jedes dritte Kind wird mittels operativem Verfahren geboren.

Laut der Berichterstattung der Krankenkassen, weiß man heute, dass nur zwei Prozent der durchgeführten Kaiserschnitte wirklich medizinisch nötig gewesen wären.

Prominente Mütter machen es uns vor: Damit die Figur der prominenten Frau nicht unter einer Schwangerschaft leiden muss, entscheiden sich viele „Promis“ für den frühen Kaiserschnitt. Das Kind wird schon vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt geholt, so umgehen die Frauen die letzte Phase der Schwangerschaft, in der der Bauch nochmal kräftig an Volumen zunimmt. Die möglichen Risiken für Mutter und Kind werden sehr oft hinten angestellt.

Aber nicht nur die, im Rampenlicht stehenden Frauen, wählen diese Entbindungsart, zahlreiche werdende Mütter tun es Ihnen gleich – Tendenz steigend.

Warum steigt die Kaiserschnittsrate kontinuierlich an?

Was sind nun die Beweggründe, warum immer mehr Frauen den Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt vorziehen? Warum raten auch die Ärzte vermehrt zu dieser operativen Methode?

Da ein Kaiserschnitt weitaus mehr Geld in die Kassen der Ärzte bringt, wird nicht selten die Vermutung laut, es könnte am Profit liegen, was die heutigen Ärzte zu diesen Empfehlungen bringt. Sucht man nach weiteren Vorteilen für die Ärzte, wird schnell klar, dass ein Kaiserschnitt in weitaus kürzerer Zeit durchzuführen ist als eine natürliche Geburt. Des Weiteren kann ein Kaiserschnitt genau geplant werden, die natürliche Geburt hat ihren eigenen Zeitplan.

Tut man den Ärzten unrecht mit diesen Vermutungen und der Modetrend „Kaiserschnitt“ basiert auf den Wünschen der Mütter? Sind es die Mütter, die aus Angst vor den Schmerzen, die eine „normale“ Geburt meist mit sich bringt, solche Entscheidungen treffen? Sind die Mütter aus beruflichen Gründen unter Druck und müssen daher die Geburt ihres Kindes terminieren?

Die Gründe zeigen sich vielfältig, dennoch kommt der heutigen Einstellung, bezüglich operativer Methoden, eine bedeutende Rolle zu. Ebenso, einen Zeitpunkt selbst bestimmen zu können, der normalerweise eben nicht bestimmbar ist, nimmt in hohem Maße zu. Wollen Mütter sowie Ärzte selbst entscheiden, wann ein Kind das Licht der Welt erblickt? Wollen Eltern den Geburtstag ihres Sprösslings auswählen, weil ein bestimmtes Datum ihnen richtiger erscheint?

Zahlreiche Frauen haben nun tatsächlich große Angst vor den Geburtsschmerzen, welche Gespräche mit Frauen, die bereits eine Geburt hinter sich haben, noch verstärken. Daher entscheiden sich viele Frauen, die „normal“ entbinden wollen, nicht selten für die Rückenmarksnarkose, die aber wiederum auch Risiken für Mutter und Kind mit sich bringen kann.

Fazit: Sämtliche Maßnahmen, die von einer natürlichen Geburt abweichen, sollten nur bei medizinischer Notwendigkeit eingesetzt werden.

Die natürliche Geburt sollte im Vordergrund stehen

Von Seiten der Ärzte ist eine gute Aufklärung wichtig, das heißt, schwangere Frauen müssen genügend informiert sein, welche Risiken bei operativen Methoden bestehen und wie eine natürliche Geburt so „komfortabel“ wie möglich gestaltet werden kann.

Wer umfassend über sämtliche Risiken informiert ist, wird sich vielleicht dann eher auf den natürlichen Weg einlassen können.

Der Kaiserschnitt und seine Komplikationen

Neben hohem Blutverlust und Infektionen bei der Mutter, kann es bei Kaiserschnitt-Geburten auch zu Problemen an der Plazenta und zu einer Uterusruptur kommen. Nach einem Kaiserschnitt kann auch ein anhaltender Beckenschmerz zurückbleiben, chronische Verstopfungen können Einzug halten und er kann zu Komplikationen bei nachfolgenden Schwangerschaften führen.

Der Kaiserschnitt geht auch nicht an allen Neugeborenen spurlos vorbei: Es kann sein, dass sich beim Kind Diabetes oder Asthma breitmacht, ebenso wurden gelegentlich auch Atemprobleme beim Säugling beobachtet.

Die natürliche Geburt bringt Vorteile für Mutter und Kind

Eine natürliche Geburt hat immer Vorrang vor einem Kaiserschnitt, daher sollte sie an aller erster Stelle stehen.

Vorteile für die Mutter

Bringt eine Frau ihr Kind auf natürlichem Wege zur Welt, erholt sie sich recht schnell. Wurde ein Kaiserschnitt gemacht, kann die Frau ihr Baby einige Zeit nicht selbst versorgen, da sie sich zunächst von der Operation/Bauchschnitt erholen muss. Ebenso dauert der Krankenhausaufenthalt länger als bei einer vaginalen Geburt.

Außerdem ist die emotionale Bindung bei einer normalen Geburt stärker als bei Geburten mit Kaiserschnitt. Des Weiteren ist die Sterblichkeitsrate der Mütter bei normalen Geburten deutlich niedriger als bei der operativen Maßnahme. Die vaginale Geburt geht ohne Narben vonstatten und sämtliche Risiken, die ein Kaiserschnitt mit sich bringt, werden vermindert.

Vorteile für das Baby

Kinder, die auf natürlichem Weg geboren werden, bestimmen ihren Geburtstag selbst: Und zwar dann, wenn alle Organe fertig gereift sind und das Kind auf die Welt kommen möchte.

Außerdem haben normal geborene Kinder ein weitaus geringeres Risiko an Atemwegserkrankungen. Während der Geburt wird das Kind auf die Atmung vorbereitet, was bei Kaiserschnitt-Geburten nicht der Fall ist.

Durch das Passieren des Geburtskanals wird einiges stimuliert: Hierzu zählen das Herz-Kreislauf-System und die Durchblutung.

Vaginal geborene Kinder bekommen von der Mutter Bakterien übertragen, die sich bezüglich der Immunabwehr positiv zeigen.

Während der Wehen erreichen das Baby gewisse Hormonschübe, die das Verhältnis von Mutter und Kind positiv aufwerten.

Bei einer Geburt ohne jegliche Medikamente wurden in der Nabelschnur sowie in der Plazenta Endorphine (Glückshormone) nachgewiesen, welche wiederum für eine angenehme Geburt verantwortlich sind.

Auch das Stillen wird positiv beeinflusst: Bei Kindern, die auf natürlichem Weg geboren werden, zeigt sich ein erhöhter Saugreflex, was das spätere Stillen erleichtert.

Der Umgang mit Stresssituationen im späteren Leben lässt sich auch auf die Geburt zurückführen: So weiß man heute, dass normal geborene Kinder adäquat mit Stress umgehen können und Kaiserschnittkinder „gestresster durchs Leben gehen“.

Als weiteren Vorteil von vaginalen Geburten gilt die Nicht-Belastung mit Medikamenten jeglicher Art und die Intensivstation bleibt in der Regel den meisten Babys auch erspart.

Ebenso ist der enge Hautkontakt zwischen Mutter und Kind, nach einer Vaginal-Geburt, schneller hergestellt, was durchaus sehr vorteilhaft für das Kind ist. Neben dem Beziehungsaufbau zur Mutter soll dieser Kontakt auch positive Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung haben.

Laut einer Studie aus dem Jahre 2008 weiß man heute, das das Risiko an Diabetes zu erkranken mit einer vaginalen Geburt sinkt. Kaiserschnittkinder sind deutlich mehr von dieser Stoffwechselkrankheit betroffen. Das geringere Risiko bei vaginal geborenen Kindern liegt bei 20 Prozent.

Ein Kaiserschnitt hat nur im Notfall Vorrang

Nur, wenn es Komplikationen bei der herkömmlichen Geburt gibt und das Leben von Mutter oder Kind gefährdet ist, sollte ein Kaiserschnitt erfolgen. Ansonsten ist immer eine vaginale Geburt der richtige Weg. Besteht keine Risiko-Schwangerschaft sollten Frauen sich nicht für einen Kaiserschnitt entscheiden – obwohl der Kaiserschnitt heutzutage als Modeerscheinung auftritt.

Frauen können einiges dafür tun, damit eine natürliche Geburt erreicht werden kann: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig, ebenso sollten Schwangerschaftsgymnastik sowie meditative Techniken, wie beispielsweise Yoga für Schwangere, durchgeführt werden.
Sicherlich sind diese Vorkehrungen keine Garantie für eine vaginale Geburt, dennoch sind sie sehr hilfreich einen Kaiserschnitt zu vermeiden.

Nicht vom Trend mitreißen lassen

Keinesfalls aber sollte man sich von dem „Trend Kaiserschnitt“ mitreißen und ihn nur zu eigenen Zwecken durchführen lassen. Eine gute Figur macht „Frau“ durchaus auch nach einer normalen Geburt: Mit regelmäßigen Dehnübungen und zielgerichtetem Muskelaufbau ist „Frau“ schnell wieder fit und kann sich durchaus sehen lassen.

Wer einen Kaiserschnitt wegen der Angst vor den kommenden Schmerzen in Erwägung zieht, sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt im Vorfeld sprechen. Es gibt heute durchaus eine gute Schmerzbekämpfung auch während einer Normal-Geburt. Nehmen Sie Ihre Ängste ernst und sprechen Sie diese ganz offen beim Frauenarzt oder bei der Hebamme an.

Im Übrigen, ist nicht jede Geburt gleich schmerzhaft – lassen Sie sich also nicht von anderen Müttern verrückt machen, nur Ihre eigenen Erfahrungen zählen.

Bildnachweis: © GordonGrand – Fotolia.com


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