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Steißendlage oder Beckenendlage des Babys

Monatelang turnt das Baby im Bauch der Mutter fleißig herum. In dieser Zeit spürt die werdende Mutter ihr Kind regelmäßig und baut eine intensive Verbindung zu ihm auf. Zwischen der 28. und 33. Schwangerschaftswoche nehmen die Bewegungen des Kindes meist deutlich ab und es wird etwas ruhiger im Bauch.

Bewegt es sich nun noch, so sind die Tritte und kleinen Boxhiebe mitunter oftmals sehr schmerzhaft für die Mutter, weil der räumliche Platz allmählich eng wird und dadurch die Bewegungen recht intensiv werden.

Doch warum bewegt sich das Kind dann plötzlich nicht mehr so viel wie früher? Dies ist eine wunderbare Begebenheit der Natur, denn zu dieser Zeit wird das Baby seine Geburtsposition mit dem Kopf im Beckenboden der Frau einnehmen, da sonst bald keine Möglichkeit mehr wäre, sich in die richtige Lage zu bringen.

Die meisten Babys bleiben in dieser Position, sobald sie einmal eingenommen wurde. Einige Babys ändern ihre Position hier und dort noch mal und brauchen für die endgültige Geburtslage etwas länger.

Drei bis fünf Prozent der Kinder betroffen

Um die drei bis fünf Prozent aller Kinder nimmt aber aus diversen Gründen nicht die optimale Geburtslage mit dem Kopf nach unten ein, sondern verbleiben in der sogenannten Steiß- oder Beckenendlage.
Hierbei gibt es noch genau differenzierte Lagepositionen.

Einige Kinder sitzen mit dem Gesäß nach unten im Becken der Mutter und die Beine sind hochgeschlagen, also der Po würde als Erstes das Licht der Welt erblicken.

Dann gibt es Babys, die in der Hocke sitzen und andere Babys schicken ihre Füßchen als Erstes durch den Geburtskanal. Hier gibt es wirklich viele verschiedene Möglichkeiten, wie jedes Baby seine eigene Startposition einnimmt.

Oft bei Erstgebärenden

Fest steht, dass es sich bei rund der Hälfte aller Schwangeren, die eine Steißlage zur Welt bringen, um Erstgebärende handelt. Oftmals ist es auch so, dass Frauen, die selber als Beckenendlage geboren wurden, ebenfalls ein Kind in dieser Position erwarten.

Auch andere Faktoren sollen den Hang zu dieser nicht gerade Pole-Position begünstigen. Vorkommen kann es natürlich bei einer Frühgeburt, weil es vom Zeitpunkt her ja noch gar nicht so weit war, um sich in die richtige Lage zu bringen.

Aufgrund einer mangelnden Plazentafunktion kann es zu einer geringeren Fruchtwassermenge kommen, was ebenfalls diese Position begünstigt.

Des Weiteren ist bei älteren Frauen, die zum ersten Mal gebären, oft die Uteruswand sehr straff, was nicht gut ist. Auf der anderen Seite haben Frauen, die kurz hintereinander schwanger werden das gleiche Problem mit einer zu nachgiebigen Uteruswand.
Babys mit Fehlbildungen oder auch sehr groß gewachsene Babys bleiben häufig in der Steißlage.

Auch eine ungünstige Lage der Plazenta, Missbildungen im Uterus, Myome (gutartige Tumore an der Gebärmutter-Muskulatur) und andere Tumore im Becken- oder Genitalbereich können Faktoren sein, die eine Steiß- oder Beckenendlage begünstigen.

Gefahr des Sauerstoffmangels

Eine natürliche Geburt mit dieser eher schlechten Ausgangsposition bedeutet für Mutter und Kind viel Stress, verbunden mit der verständlichen Sorge um die Risiken einer solchen Geburt.

Vor geraumer Zeit war es die Regel, dass man bei einer derartigen Geburtsposition einen Kaiserschnitt durchführt, um unnötige Risiken zu vermeiden. Kommt das Kind mit den Füßen oder dem Gesäß zuerst auf die Welt, hängt der Kopf noch drinnen und es ist oft schwer zu kalkulieren, was dann mit der Nabelschnur passiert. Sie kann gequetscht werden, was wiederum zu Sauerstoffmangel führen kann.

Bei manchen Kindern legt sich die Nabelschnur auch um den Hals und zieht sich immer mehr zu, sobald auch der Rest des kleinen Körpers den Geburtskanal passieren soll. Es gibt verschiedene, nicht berechenbare Risiken, die eine Beckenendlagen-Geburt mit sich bringt.

Dennoch gibt es heutzutage auch wieder einige Klinken, die sich auf derartige spontane Geburten spezialisiert haben. Welchen Weg man für sich und sein Kind in dieser Situation wählt, muss jeder für sich selbst abwägen.

Bei Frauen, die allerdings schon anderweitige Komplikationen aufweisen, wie beispielsweise Gestose, verfrühter Blasensprung oder anormale Herzfrequenzen, ist eine spontane Geburt dann nicht möglich.

Tipps und Tricks

Vor der 36. Schwangerschaftswoche gibt es einige Tipps und Tricks, wie man sein Kind in die richtige Startposition bringen kann. Bei der indischen Brücke liegt die Mutter auf dem Rücken, die Beine ca. 40 cm höher auf einem Stuhl oder Hocker positioniert und die Unterschenkel befinden sich im rechten Winkel.

Es besteht die Chance, dass sich das Kind aufgrund des höher positionierten Beckens tatsächlich dreht.
Moxibustion besteht aus einer Beifuß-Zigarre und Akupunktur und entstammt der chinesischen Medizin.
Diese Kombination soll ebenfalls helfen, das Kind zu lenken.

Eine weitere Methode ist die sogenannte „sanfte Lichtwende“, bei der die Mutter mit einer lichtintensiven Taschenlampe von oben nach unten über den Bauch fährt. Babys sind schon im Mutterleib sehr neugierige und werden von Lichtquellen magisch angezogen. Auch wenn es nicht sofort klappt, so kann man es ruhig immer wieder versuchen, denn es führt tatsächlich oftmals zum gewünschten Ziel.

Die Zilgrei-Methode ist ein Zusammenspiel aus Atmung und Massage, wobei die Mutter gezielte Reize für das Kind setzen kann, wodurch es dazu gebracht wird, seine Position zu ändern.

Auch ein Arzt kann eingreifen

Ob diese Methoden helfen, bleibt offen und ist vermutlich von Fall zu Fall unterschiedlich. Sollte das Kind bis zur 37. Schwangerschaftswoche noch nicht die korrekte Geburtslage eingenommen haben, so hat auch der Frauenarzt die Möglichkeit mit einer bestimmten Grifftechnik die Lage des Kindes zu ändern.
Hierbei wird das Kind zu einer Vorwärts- oder Rückwärtsrolle gebracht, um die Position zu korrigieren.
Dies geschieht, während die werdende Mutter in Seitenlage liegt und unter der Gabe von Wehen-Hemmern.

Ob man sich als Schwangere dieser Grifftechnik bedienen möchte, muss man für sich selber abklären.
Unbedingte Voraussetzung für diese Methode ist auf jeden Fall, dass Mutter und Kind absolut gesund sind.

Bildnachweis: © Dan Race – Fotolia.com


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