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Schwangerschaftsdermatose

Frauen, die während ihrer Schwangerschaft von einer Schwangerschaftsdermatose betroffen sind, haben unter anderem unter unangenehmen Hautveränderungen sowie starkem Juckreiz zu leiden.

Es gibt unterschiedliche Formen der Schwangerschaftsdermatose und man weiß heute, dass Frauen, die bereits Hauterscheinungen nach der Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva zeigten, mehr davon betroffen sind. Andererseits verschlechtern sich bereits vorhandene Dermatosen nicht zwangsläufig während einer Schwangerschaft.

Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose

Bei dieser Form der Schwangerschaftsdermatose ist eine Frau von 200 Frauen betroffen, wobei man heute weiß, dass bestimmte Frauen anfälliger für diese lästige Hauterkrankung in der Schwangerschaft sind. Dazu zählen Erstgebärende, Frauen, die Mehrlinge erwarten und Frauen, die während der Schwangerschaft stark zugenommen haben. Die Krankheit mit dem begleitenden Juckreiz beginnt meist im letzten Drittel der Schwangerschaft und zeigt sich mit Knötchen, die sich großflächig in der Abdominalregion ausbreiten. Die Nabelregion, das Gesicht sowie der Oberkörper hingegen sind nicht befallen, dafür zeigen sich die klassischen Knötchen auch an Oberschenkel und Gesäß.

Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose wird lokal mit cortisonhaltigen Salben behandelt und mit Medikamenten gegen Allergien kombiniert.

Eine Gefährdung für Mutter und Kind besteht bei dieser Erkrankung nicht und gewöhnlich klingen die Symptome ungefähr vier bis sechs Wochen nach der Geburt des Kindes wieder ab. Rezidive sind in der Regel meist auch nicht zu erwarten.

Die atopische Schwangerschaftsdermatose

Vergleichsweise zu anderen Formen der Schwangerschaftsdermatose tritt diese Erkrankung bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel auf. Spezialisten sind sich nicht einig darüber, ob die atopische Schwangerschaftsdermatose (AEP) als eigenständige Erkrankung angesehen werden kann. Schwangere mit einer Überempfindlichkeit oder einer Neurodermitis sind eher betroffen, als werdende Mütter ohne diese Vorgeschichte. Nur bei 20 Prozent der betroffenen Frauen spricht man von einer Exazerbation bei bestehender Dermatitis.

Die Erkrankung zeigt sich in Form von ekzematösen, meist papulösen Hautveränderungen im Gesicht und am Hals sowie an der Beugeseite von Armen und Beinen. Bei dieser Art von Ausschlag diagnostiziert man außerdem eine extrem trockene Haut.

Die Behandlung erfolgt mit cortisonhaltigen Salben sowie rückfettenden Cremes. Als wirkungsvoll hat sich auch die Lichttherapie bewiesen.

Pemphigoid gestationis, Herpes gestationes

Experten sprechen bei dieser Form der Schwangerschaftsdermatose von einer sehr seltenen Autoimmunerkrankung, die meist in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft zum Ausbruch kommt. Diese Erkrankung wurde aber auch schon ab der 14. Schwangerschaftswoche und während der Zeit des Wochenbettes diagnostiziert.

Symptome zeigen sich in Form von starkem Juckreiz sowie roten Flecken, die Arme, Beine, Rumpf und Nabel bevorzugt befallen. Bei fortschreitender Erkrankung kommt es außerdem zur Bläschenbildung. Behandelt wird die Autoimmunerkrankung ebenfalls mit cortisonhaltigen Salben sowie Präparaten gegen Allergien.

Es kommt immer mal wieder vor, dass das Neugeborene mit ähnlicher Hautproblematik zur Welt kommt. Die Symptome klingen jedoch nach ungefähr sechs Wochen wieder ab.

Wird eine Herpesinfektion (Herpes gestationes) festgestellt, muss die Einnahme von Kontrazeptiva für die Zukunft ausgeschlossen werden. Weitere Schwangerschaften können erneut Auslöser dieses Krankheitsbildes sein.

Intrahepatische Schwangerschaftscholestase

Diese Erkrankung ist sehr selten und tritt bei einer Frau von 40.000 werdenden Müttern auf. Durch die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft werden die Gallensäuren der Mutter nicht ausgeschieden und können in den Kreislauf des Babys gelangen, was eine Vergiftung zur Folge haben kann.

Auch bei dieser Erkrankung zeigt sich ein starker Juckreiz und durch das Kratzen der Mutter können nachhaltig Hautveränderungen entstehen.

Es ist von großer Wichtigkeit, dass frühzeitig die Diagnose gestellt und mit der Therapie umgehend begonnen werden kann.

Bei weiteren Schwangerschaften muss mit Rezidiven gerechnet werden.

Wer in der Schwangerschaft unter Juckreiz leidet oder Hautveränderungen feststellt, sollte mit dem behandelnden Arzt darüber sprechen. Hautveränderungen können einerseits völlig harmlos sein, andererseits kann sich eine ernst zunehmende Erkrankung dahinter verbergen.

Behandlung

Behandlungsmethoden gegen den Juckreiz: Die Haut nach jedem Baden gründlich mit Nivea Body Milk einfetten.

Trockene Ekzeme kann man durch die Anwendung von Stibium Phcp Salbe behandeln. Dies aber bitte vorher mit Ihrem Arzt absprechen. Was auch gegen leichten Juckreiz gut hilft ist Fenistil.

Bildnachweis: © Jürgen Fälchle – Fotolia.com


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