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Haus und Wohnung kindersicher machen

Wussten Sie, dass Kinderunfälle die häufigste Todesursache sind und viele dieser Unglücke im eigenen Heim passieren?

Daher ist es für Eltern mit kleinen Kindern äußerst wichtig, die eigene Wohnung oder das Haus kindersicher zu machen, damit die kleinen Menschen sicher und behütet aufwachsen können und vor größeren Schäden bewahrt werden.

Laut Statistik verunglücken 1,7 Millionen der kleinen Erdenbürger so schwer, dass eine ärztliche Behandlung notwendig wird. Gerade Säuglinge und Kleinkinder sind davon am meisten betroffen. Die häufigsten tödlichen Unfälle bei Säuglingen werden durch Sturz und Ersticken herbeigeführt und Kleinkinder sterben am häufigsten durch Ertrinken. Erschreckende Zahlen, die durch gezielt eingesetzte Sicherheitsvorkehrungen vermieden werden können.

Gefahrenquellen lauern überall im Haus

Kleine Kinder gelten als übermütige und sehr bewegungsfreudige, quirlige Menschen, die es ständig eilig haben und über kein Gefahrenbewusstsein verfügen. Kleine Kinder erkennen eine drohende Gefahr und deren Folgen nicht und können sich deshalb auch selbst nicht davor schützen. Für ihre Sicherheit müssen daher die Eltern sorgen und das Umfeld, in dem sich kleine Kinder aufhalten, absolut kindersicher gestalten.

Die meisten Unfälle passieren im Kinderzimmer sowie in der Küche und im Treppenhaus. Über die Hälfte aller Unfälle bei Kleinkindern ist auf Stürze zurückzuführen. Ein Sprung vom Etagenbett kann fatale Folgen für das Kind haben und auch beim Laufen kann ein Kind jederzeit irgendwo hinunterfallen. Schnittverletzungen, Zusammenstöße, Verbrennungen, Vergiftungen und besonders das Ertrinken sind weitere Unfallarten, die bei Kleinkindern oft beobachtet werden.

Die fünf wichtigsten Tipps für das sichere Zuhause

Ein Kind darf niemals unbeaufsichtigt in einem Zimmer zurückgelassen werden – auch nicht für einen kurzen Augenblick. Dies gilt beim Wickeln auf der Wickelauflage genauso wie während des Kochens in der Küche oder aber auch beim Baden in der Wanne. Nur ein kurzes Entfernen aus dem Raum kann schlimme Folgen haben! Daran sollten Sie immer denken.

Im Handel gibt es unterschiedliche Artikel, die die Sicherheit im Haus für Kinder unterstützen. Dazu zählen Treppenschutzgitter und Gitter für den Schutz am Herd genauso wie Steckdosenkappen und Rauchmelder. Statten Sie Ihre Wohnung mit diesen Hilfsmitteln aus und bannen Sie so einige der potenziellen Gefahren.

Auch, wenn Sie Ihr Haus mit diversen Hilfsmitteln ausgestattet haben, müssen Sie auf viele weitere Kleinigkeiten achten, um die Sicherheit Ihre Kinder zu gewährleisten: Gerade beim Kochen wird Ihr Kind interessiert in die Töpfe schauen wollen und sich nicht selten direkt am Herd hochziehen, um nichts zu verpassen. Es empfiehlt sich die Pfannen so zu drehen, dass die Pfannenstiele nicht nach vorne, sondern zur Seite stehen, damit das neugierige Kind die Pfanne nicht erreicht und sich mit deren Inhalt verbrüht. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die vor größeren Schäden schützen.

Sehr wichtig ist es auch, dem Kind gefährliche Dinge zu erklären: Warum ist das Messer gefährlich? Wie fühlt sich heiß an und was kann passieren, wenn man sich die heiße Suppe über die Hände gießt?
Je nach Alter des Kindes ist es ratsam, gewisse Fertigkeiten gemeinsam zu üben. Der Umgang mit Schere und Messer gehören genauso dazu wie das Entzünden eines Streichholzes.

Beim Kauf von Spielzeug sowie Kindermöbeln sollten Sie die Sicherheitszeichen beachten: Mit dem CE-Zeichen sowie dem GS-Zeichen sind Sie in Puncto Sicherheitsstandard auf der sicheren Seite.

Weitere hilfreiche Sicherheitstipps

Gerade alltägliche Objekte im Haus können Ihr Kind in Gefahr bringen, so zeigt sich die Tischdecke im kinderlosen Haushalt als wunderschöne Dekoration und wird, mit im Haushalt lebenden Kindern, zur Gefahrenquelle. Sie sollten auf Tischdecken verzichten, da sich Kinder gerne daran festhalten und nicht selten die Tischdecke samt Geschirr und heißen Speisen auf dem Boden oder, was viel schlimmer ist, auf dem Kind selbst landen. Seien Sie auch vorsichtig mit dem Verzehr von heißen Getränken oder Speisen, während Ihr Kind bei Ihnen auf dem Schoß sitzt. Schon eine Tasse Kaffee verbrüht ein Drittel der Hautoberfläche Ihres Kindes.

Verfügt Ihre Wohnung über glatte Böden, darf Ihr Kind nur mit Anti-Rutsch-Söckchen versehen durch die Wohnung laufen, so vermeiden Sie die Gefahr des Ausrutschens. Lassen Sie Ihr Kind niemals alleine in Arbeitszimmern zurück: Am besten schließen Sie Hobbyraum und Bügelzimmer ab, wenn Sie nicht darin arbeiten.

Auch herunterhängende Kabel von elektrischen Geräten stellen eine Gefahrenquelle für Kinder dar, daher immer den Netzstecker ziehen.

Räumen Sie alle verschluckbaren Kleinteile weg, sodass Ihr Kind nicht die Möglichkeit hat, beispielsweise Knopfbatterien zu verschlucken oder sich diverse Kleinteile in Körperöffnungen zu stecken. Gerade verschluckte Batterien und Magnetspielzeug können fatale Folgen nach sich ziehen. Auch Plastiktüten gehören nicht in die Hände von Kleinkindern, da Kinder die Tüten gerne über den Kopf ziehen und sie dadurch ersticken können.

Kleinkinder dürfen niemals mit offenem Feuer alleine gelassen werden, schon eine brennende Kerze kann überaus gefährlich werden.

Beim Baden muss immer ein Erwachsener mit dabei sein und jegliche Schnüre, Kordeln und auch Kabel dürfen niemals in Reichweite von Kindern gelangen.

Um das Kinderbett gemütlich warm zu machen, verwenden Sie bitte niemals ein Heizkissen und befüllen Sie die Wärmflasche nicht mit kochendem Wasser.

Achten Sie darauf, dass gefährliche Haushaltsgegenstände nicht in Kinderhände gelangen: Benutzte Messer deshalb immer mit der Schneide nach unten in den Geschirrspüler räumen und keine gefährlichen Dinge in Schränken verstauen, die Kinder öffnen können. Dies gilt im Besonderen für Spül- und Putzmittel.

Die Wohnung mit den Augen eines Kindes betrachten

Sie denken, dass Ihre Wohnung absolut kindersicher ist? Machen Sie den Test und begeben Sie sich krabbelnd auf den Boden und versuchen die Wohnung oder das Haus aus der Perspektive eines Kindes zu betrachten. Sie werden viele Dinge plötzlich mit anderen Augen sehen und ganz schnell erkennen, was noch alles geändert werden muss.

Der Laufstall: Gefängnis oder Ort der Sicherheit?

Viele Eltern lehnen die Benutzung eines Laufstalles kategorisch ab, da er auf Erwachsene wie ein Gefängnis wirkt. Doch gezielt eingesetzt, bietet der Laufstall ein hohes Maß an Sicherheit für die Kinder. Sie sind gerade am Bügeln und es klingelt an der Tür – das Kind ist für kurze Zeit im Laufstall gut aufgehoben. Achten Sie natürlich auch darauf, dass der Laufstall so platziert ist, dass das Kind nicht an das Kabel des heißen Bügeleisens kommt. Der Laufstall eignet sich für das kurze „Zwischenparken“ hervorragend und wird sicherlich nicht zum Gefängnis für Ihr Kind, dafür aber zum Platz der höchsten Sicherheit!

Mit den Gefahren vertraut machen

Genauso, wie man Kinder vor möglichen Gefahren schützen sollte, muss man Kindern auch Gefahrenquellen erklären. Natürlich ist eine Erklärung nur ab einem bestimmten Alter möglich, nämlich erst dann, wenn ein Kind die Erklärungen auch verstehen kann. Üben Sie gemeinsam unterschiedliche Tätigkeiten, die gefährlich werden könnten, und entschärfen Sie so das Gefahrenpotenzial.

Irgendwann möchte jedes Kind gerne selbst die Adventskerze anzünden, denn Feuer zieht Kinder oft magisch an. Daher ist es ratsam, gemeinsam das Kerzeanzünden zu üben und dabei an Erklärungen nicht zu sparen. Streichhölzer sollten trotzdem an einem sicheren Ort aufbewahrt werden und das Kind muss wissen, dass Kerzen nur in Begleitung von Erwachsen angezündet werden dürfen. Diese Regel ist definitiv sehr wichtig und lässt überhaupt keine Kompromisse zu. Zur Verdeutlichung können Sie gerne ein Stück Papier an einer Kerze verbrennen, damit Ihr Kind sieht, wie schnell die Flammen etwas zerstören. Lassen Sie Ihr Kind den Finger in die Nähe des Kerzendochtes halten, so merkt es selbst ganz schnell, wie heiß es am Feuer werden kann. Solche Übungen sind besser als Tausend Erklärungen.

Kinder glauben irgendwann, dass sie die Treppe alleine hochsteigen können und bekommen richtige Tobsuchtsanfälle, wenn sie ständig die Hand der Eltern beim Treppensteigen halten sollen. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es die Treppe ohne Gefahr hochsteigen kann, und machen Sie gemeinsame Übungszeiten dafür aus. Genauso sollten Sie Ihrem Kind erklären, wie es gefahrlos auf einen Stuhl klettern kann und auch hier gilt – gemeinsam üben!

Vorsicht mit Lauflernhilfen

Lauflernhilfen versprechen höchste Sicherheit, tragen sie doch sogar das offizielle GS- beziehungsweise DIN-Prüfsiegel – doch die Praxis sieht so ganz anders aus.
Eltern werden dazu verleitet, das Kind für kurze Zeit allein lassen zu können, was mitunter schlimme Folgen haben kann. Kinder erreichen mit einer Lauflernhilfe bis zu zehn Stundenkilometer und nicht selten stürzen Kleinkinder samt Lauflernhilfe über Türschwellen oder die Treppe hinunter. Allein gelassene Kleinkinder in der vermeintlich sicheren Lauflernhilfe können auch heiße Speisen und Getränke vom Tisch reisen und sich verbrühen.

Lauflernhilfen sind nicht so sicher, wie versprochen und das Alleinlassen kann extrem gefährlich werden.

Vorbildverhalten

Bei allem, was Sie tun, werden Sie von Ihren Kindern beobachtet und viele Verhaltensweisen von Ihnen werden von Ihren Kindern übernommen. Was für Erwachsene völlig normal ist, kann für Kinder die größte Gefahr bedeuten. Achten Sie immer darauf, wie Sie selbst mit gewissen Dingen umgehen und wie Sie sich in gewissen Situationen verhalten.
Die Kinder schauen Ihnen zu, sie lernen von den Erwachsenen und wollen es ganz genauso nachmachen.

Sind Sie immer ein Vorbild: Lassen Sie beispielsweise selbst niemals eine Kerze brennen, wenn Sie den Raum verlassen, und kommentieren Sie Ihr Tun. So können sich Kinder viele positive Dinge von Ihnen abschauen und auch verstehen, warum bestimmte Dinge so gemacht werden.

Ein anderes Beispiel wäre, beim Abgießen des Nudelwassers, die Tätigkeit verbal zu kommentieren: „Da muss ich jetzt vorsichtig sein, denn das Wasser ist sehr, sehr heiß und ich möchte mir nicht die Hände verbrühen.“

Kleine, kindgemäße Erklärungen im Alltag tragen dazu bei, gewisse Gefahren zu verdeutlichen und Lösungen dafür bereitzustellen. Allerdings muss man bei allem, was man tut auch bedenken, die Kinder mit den Erklärungen nicht zu überfordern. Kindgemäßes Erklären und Handeln heißt hier das Zauberwort – es hilft Kindern, die Welt besser zu verstehen und Stück für Stück durchschaubar zu machen.

Bildnachweis: © iCreations.de – Fotolia.com, © BeTa-Artworks – Fotolia.com, © Nicole Effinger – Fotolia.com, © Cyril Comtat – Fotolia.com


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