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Haptonomie – Begegnung schon vor der Geburt

Unter Haptonomie versteht man sozusagen die „Lehre von der Berührung“. Hierbei geht es für die werdenden Eltern darum, schon während der Schwangerschaft eine gute Verbindung zu ihrem Baby zu entwickeln, und es besser kennenzulernen. Hierzu bieten Geburtshäuser, Volkshochschulen und auch kirchliche oder städtische Familienbildungsstätten spezielle Kurse an.

Wann fängt man an?

Beginnen kann man mit der Haptonomie ab der 24. Schwangerschaftswoche oder frühestens, wenn die Mutter anfängt, ihr Baby im Mutterleib zu spüren. Das ungeborene Kind muss also schon eine gewisse Entwicklungsstufe erreicht haben und die haptonomischen Übungen richten sich somit nach der Größe des Kindes.

Haptonomie bietet vor allem auch dem werdenden Vater die Möglichkeit, einen engen Bezug zu seinem Kind bereits im Mutterleib aufzubauen. Viele Väter haben nämlich oftmals das Problem, dass sie als vermeintlich „Außenstehender“ oft das Gefühl haben, keine wichtige Rolle in der Schwangerschaft zu spielen.

Da bei ihnen im Bauch nichts zuckt, fällt es ihnen schwer eine Verbindung zu ihrem Kind herzustellen.
Der werdenden Mutter fällt dies natürlich deutlich leichter. Die meisten Frauen reden von Anfang an mit ihrem ungeborenen Kind und legen oft die Hand auf den Bauch, um ihm nah zu sein. Später dann, mit den ersten spürbaren Bewegungen des Babys im Mutterleib, wird die Schwangerschaft dann noch deutlich realer und die Intensität vergrößert sich zunehmend.

Handauflegen im Haptonomie-Kurs

Bei einem Haptonomie-Kurs erlernen auch Väter intensiv den Kontakt zu ihrem Kind aufzunehmen und ihm zu zeigen, dass man es liebt. Zu Anfang einer solchen Übung legen Vater und Mutter ihre Hände auf den Kugelbauch. Äußerlich gibt es mehr für Beobachter nicht wahrzunehmen, aber das eigentlich Wichtige läuft im Inneren ab und ist für das bloße Auge nicht sichtbar.

Die werdenden Eltern konzentrieren sich beim Handauflegen ganz bewusst auf ihr Kind, sprechen es in Gedanken an und übermitteln ihm, wie sehr sie sich auf seine Ankunft freuen und dass sie es lieben.
Wichtig bei der Haptonomie ist also nicht nur die direkte Berührung über den Bauch, sondern auch die gefühlsmäßige Verbindung, die sich zwischen Eltern und Kind einstellt.

Das ungeborene Kind spürt den Kontakt auf emotionaler Ebene mit seinen Eltern und fühlt sich angenommen und geliebt.

Regelmäßige Kontaktaufnahme mit dem Kind

Mit der Zeit wird das Kind immer öfter und deutlicher auf diese besonders intensive seitens seiner Eltern reagieren. Kleine Boxhiebe oder Tritte sind die liebevolle Antwort aus dem Bauch heraus an die Außenwelt.

Dort, wo die Hände auf dem Kugelbauch liegen, entsteht eine besondere Wärme und die Kinder werden davon magisch angezogen und schmiegen sich gerne an diese Stelle.

Durch die regelmäßige Kontaktaufnahme zu seinem Kind, lernen die werdenden Eltern es von Mal zu Mal besser kennen und wissen irgendwann sogar, welche Stimmung ihr Kleines gerade hat. Ob es müde, verspielt oder eher unternehmungslustig ist. Sie lernen ihr Kind bereits im Mutterleib gut kennen und bilden eine gute emotionale Basis auch für die Zeit nach der Geburt.

Besonders der Vater kann die Bindung zum Baby stärken

Schön daran ist eben auch die Tatsache, dass der werdende Vater eine wichtige Rolle während der Schwangerschaft übernehmen kann und sich nicht mehr „unwichtig“ vorkommt. Er wird auch zu einer aktiven Entlastung der Mutter, denn sie kann sich nach einem anstrengenden Tag einfach mal entspannt zurücklehnen, während der Vater über die Haptonomie dem ungeborenen Kind die Nähe und Zuwendung zukommen lässt, die es braucht. Dadurch ist nicht mehr die Mutter alleine für diese Thematik verantwortlich und der Vater kann regelmäßig seine Bindung zu dem Baby intensivieren und es besser kennenlernen.

Unterstützend auch bei der Geburt

Die Haptonomie wird auch als unterstützende Maßnahme während der Geburt genutzt. Die Frau erfährt während der Entbindung durch das Wissen um ihr Kind eine gewisse Sicherheit. Sie spürt, ob es ihrem Baby gut geht, und kann während der gesamten Geburt durch innere Ansprache eine gute Verbindung aufrechterhalten.

Sie spürt deutlich ihr Becken und den Muttermund und versucht alles für das optimale Passieren des Geburtskanals einzuleiten.

Wiedererkennen des Babys

Ein besonders schönes und abschließendes Erlebnis für die jungen Eltern ist dann der Moment nach der Geburt, wo sie ihr Kind sozusagen wiedererkennen. Es ist kein neues oder fremdes Wesen für sie, sondern sie haben das Gefühl, dass sie diesen kleinen Menschen schon sehr gut und lange kennen. Das tun sie ja im Grunde auch – dank der Haptonomie.

Bildnachweis: © Artem Lapenko – Fotolia.com


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