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Geburt im Geburtshaus

Das Geburtshaus stellt für viele Schwangere eine gute Alternative zur klinischen Entbindung oder auch zur Hausgeburt dar. Für sie ist es eine Art Mittelweg, denn sie scheuen die häufig sterile Atmosphäre im Krankenhaus, aber gleichzeitig auch das zu intime Ambiente daheim.

Die Ausstattung

In einem Geburtshaus ist alles recht gemütlich eingerichtet. Die werdenden Eltern erwartet eine recht private Atmosphäre und das zugewiesene Zimmer weist mit beispielsweise einem Gebärhocker, einer Sprossenwand, diversen Seilen und Bällen, viel mehr Möglichkeiten für entsprechende Positionswechsel während der Entbindung. Zudem steht die Gebärende vollkommen im Mittelpunkt und die Geburt läuft sehr selbstbestimmt ab. Man kann in einem Geburtshaus auch Geburtsvorbereitungskurse absolvieren oder die Schwangerschaftsvorsorge machen lassen. Es gibt dort für die Zeit nach der Geburt Rückbildungskurse, Stillcafés oder auch eine Stillberatung. Manche Geburtshäuser bieten auch nach der Entbindung die Möglichkeit an, noch ein paar Tage dort im sogenannten Wochenbett zu verweilen. Normalerweise kann auch der Partner mit dabei bleiben.

Meistens jedoch verlassen die frischgebackenen Mütter mit ihren Babys das Geburtshaus ungefähr sechs Stunden, nachdem das Kind auf die Welt gekommen ist. Entweder aus eigenem Wunsch heraus oder weil das Geburtshaus über keine Wochenbettstation verfügt.

Das Geburtshaus an sich bietet also ein absolutes Schwangerschafts-Allround-Paket an mit vielen oftmals auch alternativen Möglichkeiten, die einem im Rahmen der Schulmedizin nicht regulär zur Verfügung stehen.

Medizinische Versorgung

Von der medizinischen Versorgung her kommt eine Entbindung im Geburtshaus einer Hausgeburt allerdings sehr nah. Im Geburtshaus sind ausschließlich Hebammen anwesend und keine Ärzte.
Daher kommen schmerzlindernde Hilfsmittel, wie beispielsweise eine PDA, nicht infrage, denn die Hebammen dürfen dies nicht verabreichen. Genauso wenig kann in einem Notfall ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Zur Schmerzlinderung stehen den Hebammen allerdings zahlreiche alternative Methoden zur Schmerzbehandlung zur Verfügung.

Geburtshäuser stehen in Kontakt mit einem Krankenhaus

Für den Fall, dass es bei der Geburt zu Komplikationen kommt, so stehen Geburtshäuser im direkten Kontakt mit einem nahegelegenen Krankenhaus. Dabei wird auch nicht bis zum Äußersten gewartet, sondern wenn eine Gefährdung von Mutter und Kind absehbar ist, erfolgt direkt die Verlegung ins nächstgelegene Krankenhaus.

Schreitet also die Geburt nicht mehr voran und die Mutter ist zu erschöpft oder verändern sich die kindlichen Herztöne, so wird umgehend die Entbindung an eine Klinik übergeben. Genauso verhält es sich, wenn nach der Geburt noch Komplikationen auftreten sollten und eine medizinische Versorgung der Mutter notwendig wird, weil sich beispielsweise die Plazenta nicht vollständig ablöst. Sollten bei dem Neugeborenen Unregelmäßigkeiten festgestellt werden, so würde es ebenfalls sofort an eine entsprechende Kinderklinik übergeben werden.

Im Zweifelsfall garantiert also die kooperative Zusammenarbeit zwischen Geburtshaus und Klinik eine doch meist optimale Versorgung von Mutter und Kind. Statistische Erhebungen haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass in lediglich einem Prozent der Geburten es zu einem Notfall kam, bei dem schnell in eine Klinik verlegt werden musste. Bei allen anderen Komplikationen (ca. 10 bis 20 Prozent der Entbindungen) erfolgte die notwendige Verlegung frühzeitig und problemlos.

Entbindung im Geburtshaus nur bei problemloser Schwangerschaft

Wichtig für die Entbindung in einem Geburtshaus ist der problemlose Ablauf der Schwangerschaft. Leidet beispielsweise die Mutter unter Diabetes mellitus oder sind bei dem Kind Erkrankungen oder Fehlbildungen diagnostiziert worden, so muss die Entbindung in einem Krankenhaus erfolgen. Es gibt hierbei viele Faktoren, die eine Entbindung im Geburtshaus verhindern können. Der eigenen und der Gesundheit des Kindes zuliebe sollte man sich nach Rücksprache mit dem behandelnden Frauenarzt dann im Zweifelsfall besser für eine Klinikgeburt entscheiden.

Wer übernimmt die Kosten?

In Deutschland gibt es mittlerweile rund 200 Geburtshäuser, sodass sicherlich fast jede Schwangere eines ganz in ihrer Nähe finden wird. Am besten nimmt man früh genug an einem Informationsabend in dem gewünschten Geburtshaus teil, um sich einen Gesamteindruck zu verschaffen. Normalerweise übernimmt die Krankenkasse die Betreuung vor der Geburt, die Entbindung selbst und die Nachsorge. Nur in wenigen Ausnahmefällen muss man eine Entbindung im Geburtshaus selber bezahlen. Die Kosten liegen dann etwa bei 500 Euro.

Sonderleistungen, wie beispielsweise Akupunktur, kosten ebenfalls extra. Es ist sinnvoll sich schon während der Schwangerschaft bei der Krankenkasse zu erkundigen, welche Leistungen ihrerseits übernommen werden.

Bildnachweis: © Nadege Petrucci – Fotolia.com


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