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Amnionband-Syndrom

Per Ultraschalluntersuchung werden sie entdeckt und diagnostiziert – die Amnionbänder in der Gebärmutter. Wenn die innerste Schicht der Eihaut einreißt, entstehen während der Schwangerschaft solche Bänder oder Stränge. Die Ursache, warum solche Amnionbänder also das „Amnionband-Syndrom“ entsteht, ist bis heute nicht ganz geklärt. Mediziner diskutieren bezüglich der Ursache über mechanische Einwirkungen, vererbte Anfälligkeit und Stoffwechselerkrankungen. Auch teratogene Einflüsse während der Schwangerschaft kommen als Ursache infrage: Hierzu zählen die Einnahme bestimmter Medikamente sowie die Röntgenstrahlenexposition.

Wenn sich die Amnionbänder um Körperteile des Ungeborenen legen, spricht man vom Amnionband-Syndrom – ein Zustand, der schwere Schädigungen beim Baby hinterlassen kann.

Was genau passiert beim Amnionband-Syndrom?

Haben sich Amnionbänder in der Gebärmutter einer schwangeren Frau gebildet, besteht immer die Gefahr, dass sich diese Bänder um einzelne Körperteile des Kindes legen können. Sie zeigen sich schnurähnlich, fibrös und stark klebend und umwickeln unter anderem beispielsweise Finger, Arme, Beine oder Zehen. Dadurch kann das Blut nicht mehr richtig fließen, der Blutstrom ist quasi unterbrochen.

Ist die Abschnürung isoliert, das heißt, es ist nur ein Körperteil betroffen und die Durchblutung noch nicht unterbrochen, kann dem Ungeborenen bereits in der Schwangerschaft durch eine Operation geholfen werden. Im Ultraschall sollten sich noch arterielle und venöse Durchblutungen zeigen und die Bewegungen des Kindes, unterhalb der betroffenen Stelle, müssen noch erkennbar sein, denn nur dann besteht die Hoffnung auf Heilung.

Wenn eine Abschnürung bei dem ungeborenen Kind entdeckt wird, führt der Weg sofort in eine Spezialklinik. Eine schnelle Reaktion ist in diesem Fall sehr wichtig.

Die Operation kann Leben retten

Die Operation ist ein kleiner Eingriff und wird in Lokalanästhesie durchgeführt. Der Operateur gelangt über einen fünf Millimeter großen Zugang in die Fruchthöhle und durchtrennt das vorhandene Amnionband. Die Zirkulation des Blutes wird wieder in Gang gesetzt. Dieser Eingriff kann zu jeder Zeit einer Schwangerschaft durchgeführt werden – wird rechtzeitig operiert, kann Leben gerettet werden.

Wird nicht operiert, besteht die Gefahr, dass Körperteile abgetrennt oder im Wachstum behindert werden. Amnionbänder können außerdem auch Missbildungen, Lymphödeme oder einen offenen Rücken hervorrufen.

In diesem Video sieht man sehr gut, wie dieses Syndrom live aussieht (bei diesem Fötus sind Hände und Füße betroffen):

Bildnachweis: © Sebastian Kaulitzki – Fotolia.com


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