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Reflexe von Neugeborenen

Auch wenn sich das Neugeborene am Anfang nach der Geburt noch in der Embryonalstellung befindet, verfügt es über eine Vielzahl an unterschiedlichen Reflexen. Im Mutterleib wurde es vom Fruchtwasser getragen und muss sich nun erst an die Schwerkraft gewöhnen. Es braucht ganz am Anfang seines Lebens noch die Stabilisierung vonseiten der Eltern, da es seinen Körper noch nicht alleine stützen kann.

Im Mutterleib hat sich das Ungeborene schon im Strampeln und Boxen geübt und bringt zahlreiche motorische Fähigkeiten mit auf die Welt. Ebenso sind die Muskeln perfekt ausgebildet und es ist bereits direkt nach der Geburt mit einer Vielzahl an Reflexen ausgestattet, die ihm das Überleben sichern. Durch die Reflexe ist das Neugeborene von Anfang an beweglich und aktiv.

Reflexe gelten als unwillkürliche Reaktionen

Die Reflexe werden durch innere oder äußere Reize hervorgerufen und ermöglichen dem Säugling den Übergang vom Mutterleib in die noch anfangs ungewohnte und neue Umgebung. Einige der vorhandenen Reflexe werden in ferner Zukunft durch Bewegungen abgelöst, andere verschwinden irgendwann ganz.

Der Gähnreflex beispielsweise, ist einer der Reflexe, die erhalten bleiben. Ebenso bleibt das Husten, Niesen und Atmen immer erhalten.

Reflexe die nur Neugeborene besitzen

Dazu zählen: Der Greifreflex, der Suchreflex, der Saugreflex, der Kriechreflex, der Stehreflex, der Mororeflex sowie der Schreitreflex.

Der Greifreflex

Werden die Handflächen des Babys berührt, greift es fest zu. Berührt man die Fußsohlen des neuen Erdenbürgers, reagieren die Zehen in ähnlicher Form. Das Neugeborene muss sich festhalten, da es sich noch nicht selbst aufrecht halten kann. Nach dem zweiten Lebensmonat verabschiedet sich der Greifreflex.

Der Suchreflex

Neugeborene formen die Lippen, wenn Sie gestillt werden möchten. So wird das Suchen der mütterlichen Brust direkt sichtbar. Etwa im dritten Lebensmonat wird dieser Reflex durch Weinen oder Schreien ersetzt.

Der Saugreflex

Neugeborene saugen nicht nur an der Brust ihrer Mutter, sondern vielmehr an allem, was in ihre Mundnähe kommt. Der angeborene Saugreflex zwingt sie geradezu dazu: Sie finden dadurch heraus, ob die Dinge, die sich ihrem Mund nähern, etwas zum Essen ist. Auch dieser Reflex verliert sich – etwa um den sechsten Lebensmonat.

Der Stehreflex

Unter dem Stehreflex versteht man die Versteifung der Beine, welches notwendig ist, damit das Baby beispielsweise, beim Sitzen sein Gleichgewicht halten kann. Nach dem vierten Lebensmonat gehört auch dieser Reflex der Vergangenheit an.

Der Kriechreflex

Das Neugeborene möchte sich fortbewegen und der Kriechreflex gilt als Vorstufe vom künftigen Krabbeln. Das richtige Krabbeln beginnt etwa um den dritten Lebensmonat und der Kriechreflex wird dadurch abgelöst.

Der Schreitreflex

Spürt das Baby einen festen Untergrund unter seinen Füßchen, beispielsweise, wenn es von den Eltern aufrecht gehalten wird, beginnt es „los zu gehen.“ Bereits im Mutterleib hat sich das Baby abgestoßen, wenn es mit seinen Beinchen die Gebärmutterwand gespürt hat.

Dieser Reflex gilt nicht als Vorstufe des späteren Gehens, vielmehr stellt er eine Stoßbewegung dar. Jede Bewegung, die das Baby absolviert, trainiert einerseits die Muskeln und das Skelett, andererseits ist es auch Training für das Nervensystem und dessen Reizleitung.

Der Mororeflex

Unter dem Mororeflex versteht man das Ausstrecken der Ärmchen, wenn sich das Neugeborene erschrocken hat. Dies kann beispielsweise bei einem lauten Geräusch vorkommen.

Wenn alles vorbei ist und das Baby sich wieder beruhigt hat, gehen die Ärmchen des Neugeborenen wieder zurück an den Körper und die Hände zeigen sich als kleine Fäustchen. Der Mororeflex beginnt sich ab dem dritten Lebensmonat zurückzubilden und sollte bis zum sechsten Lebensmonat komplett der Vergangenheit angehören.

Alle Reflexe, über die ein Säugling verfügt, sind für die weitere Entwicklung von größter Bedeutung, da sich über die Reflexe Bewegungen ausbilden. Das Kind nutzt seine gesamten motorischen Fähigkeiten, um sich mit seiner Umwelt zu verständigen.

Wenn man bisher beispielsweise, nach einem lauten Geräusch, „das Arme nach vorne strecken“ als völlig unbedeutend angesehen hat, weiß man nun, dass viele Bewegungen des Babys nicht einfach Bewegungen sind, sondern, dass vieles, was das Baby tut durchaus einen Sinn ergibt.

Bildnachweis: © Reicher – Fotolia.com, © Robert Kneschke – Fotolia.com, © Fotowerk – Fotolia.com


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