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künstliche Befruchtung

Die künstliche Befruchtung ist ein Oberbegriff für das 'künstliche" Herbeiführen einer Befruchtung mittels medizinischer Methoden. Je nach Ursache der Kinderlosigkeit stehen verschiedene Metho-den der künstlichen Befruchtung zur Verfügung.
Eine künstliche Befruchtung bietet allerdings keine Garantie für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Der Schritt zu einer künstlichen Befruchtung sollte gut überlegen sein. Lassen Sie sich im Vorfeld ausführlich von Ihrem behandelnden Arzt informieren. Wenn Sie eine künstliche Befruchtung in Betracht ziehen, dann bedenken Sie, dass mit fortschreitendem Alter die Chancen auf eine Schwangerschaft sinken. Wenn Sie prinzipiell eine künstliche Befruchtung erwägen, sollten Sie Ihre Entscheidung nicht zu weit in die Zukunft verlagern.


Vorbereitung einer künstlichen Befruchtung

Die künstliche Befruchtung ist die einzige Möglichkeit für Sie ein eigenes Kind zu bekommen? Dann lassen Sie sich die gesamte Vorgehensweise einer künstlichen Befruchtung, die Risiken und die Erfolgsaussichten so detailliert wie möglich beschreiben. Fragen Sie bei allen Dingen die Ihnen unklar sind lieber einmal zu viel als einmal zu wenig nach.
Eine künstliche Befruchtung stellt eine Partnerschaft oft auf eine harte Probe. Daher sollten von Anfang an beide Partner uneingeschränkt für eine künstliche Befruchtung sein und sich ge-meinsam auf den psychischen Stress, der mit so einer Entscheidung einhergeht, einstellen. Eine betreuende psychotherapeutische Begleitung kann helfen, den Stress zu bewältigen. Es ist hilfreich sich gemeinsam zu überlegen, wie Sie mit Fehlschlägen umgehen und wie Ihr Leben ohne eigenes Kind aussehen kann. Ein soziales Netz, welches in dieser Phase begleitend zur Seite steht, ist für viele wichtig. Versuchen Sie so positiv wie möglich an die künstliche Befruchtung heranzugehen und Ihren Körper so auf das einzustimmen, was ihn erwartet.
Auch wenn es bei einem so wichtigem Thema wie der künstlichen Befruchtung schwerfallen mag "Preisvergleiche" anzustellen, kann dies unter Umständen aber von Vorteil sein. In einigen europäischen Nachbarländern gelten andere Gesetze hinsichtlich der Anzahl der entnommenen Eizellen, der Wartefrist bis zum Einsetzen der befruchteten Eizellen und der max. Anzahl der eingesetzten befruchteten Eizellen. Aufgrund dieser veränderten Voraussetzung können auch die Erfolgswahrscheinlichkeiten variieren. Die Kosten im Ausland müssen Sie allerdings komplett selbst aufbringen.


IUI - Intrauterine Insemination

Eine Intrauterine Insemination kommt dann in Betracht, wenn die Samenqualität vermindert ist oder eine Unverträglichkeit zwischen Gebärmutterschleimhaut und Sperma besteht. Bei einer Intrauterine Insemination werden die Samenzellen direkt in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung der Eizelle durch die Samenzellen erhöht. Gleichzeitig kann noch eine Hormonbehandlung der Frau erfolgen. Allerdings ist die Erfolgs-wahrscheinlichkeit pro Zyklus recht gering. Dafür ist bei dieser Methode kein operativer Eingriff nötig.


IVF - In-vitro-Fertilisation

Bei der In-vitro-Fertilisation ist das Ziel eine Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle außerhalb des weiblichen Körpers. Die IVF-Behandlung startet meist mit einer Hormonbehandlung der Frau, damit während des Zykluses mehr als nur ein Follikel heranwächst und so mehrere Eizellen gewonnen werden können. Mit Ultraschalluntersuchungen wird das Follikelwachstum überwacht und sicher gestellt, dass der günstigste Moment zur Entnahme der befruchtungsfähigen Eizellen abgepasst wird. Der Eisprung wird durch Hormongabe eingeleitet. Die Eizellen werden anschließend durch Follikelpunktion entnommen. Um den Zeitpunkt der Punktion muss das Ejakulat des Mannes in der Kinderwunschklinik zur Verfügung stehen. Die aus den Follikeln gewonnen befruchtungsfähigen Eizellen und die aus dem Ejakulat gewonnen Spermien werden in eine Nährlösung gegeben. Eine Befruchtung findet statt, wenn ein Spermium erfolgreich in die Eizelle eingedrungen ist. Ist es zu einer Befruchtung gekommen, kommen die befruchteten Eizellen für ca. 2 Tage in einen Wärmeschrank. Reift in dieser Zeit aus den befruchteten Eizellen ein/mehrere Embryonen heran, werden diese (maximal 3 Embryonen) am 2./3. Tag nach der Follikelpunktion in die Gebärmutter der Frau übertragen. Die Risiken der IVF liegen in Mehrlingsschwanger-schaften, in einer Überstimulation beim Heranreifen der Eizellen durch die Hormongabe und den allgemeinen Risiken bei einem Eingriff mit Narkosegabe. Die Erfolgswahrscheinlichkeiten bei einer IVF liegen bei ca. 20 bis 25 %. Allerdings ist das Lebensalter der Frau entscheidend für den Erfolg. Nicht jede erfolgreiche Befruchtung und Übertragung der Eizellen führen zu einer Schwanger-schaft und Geburt.


ICSI - Intracytoplastische Spermieninjektion

Die ICSI läuft im wesentlichen wie eine IVF ab. Allerdings wird bei der Intracytoplastische Spermieninjektion ein Spermium direkt in die weibliche Eizelle injiziert. Die Vermutung, dass es wegen einer Intracytoplastische Spermieninjektion zu einer erhöhten Form von Missbildungen kommt, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Allerdings spielen bei Missbildungen das Alter der Eltern und die bisherige Krankengeschichte eine entscheidende Rolle, so dass es aufgrund dieser Faktoren eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit für Fehlbildungen vorliegen kann. Die Risiken bei einer ICSI liegen wie bei einer IVF ebenfalls in der Möglichkeit einer Mehrlings-schwangerschaft, einer Überstimmulation durch die Hormontherapie und den üblichen Gefahren eines operativen Eingriffs.


MESA und TESE

Sind die Menge oder Qualität der Spermien im Ejakulat nicht ausreichend oder lassen sich keine Samen im Ejakulat des Mannes nachweisen, besteht die Möglichkeit, Samen aus den Nebenhoden mittels Mikrochirurgische Epididymale Spermienaspiration (MESA) oder dem Hodengewebe mittels Testikuläre Spermienextraktion (TESE) zu gewinnen. Gekoppelt mit der ICSI genügen schon einige wenige Samen, um doch noch zum Wunschkind zu kommen. Werden mehr Samen gewonnen, als für eine Kinderwunschbehandlung benötigt werden, können die übrigen Samen tiefgefroren werden und für weitere Behandlungen "aufbewahrt" werden.




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